Neue Hoffnung an den Märkten: Dax feiert Kurswechsel im Zollstreit
Der deutsche Aktienindex Dax hat am Donnerstag einen eindrucksvollen Höhenflug hingelegt, ausgelöst durch die vorläufige Kehrtwende von US-Präsident Donald Trump im anhaltenden Zollstreit. In der ersten Stunde des Handels kletterte der Dax um bis zu acht Prozent auf 21.300 Punkte, stabilisierte sich später bei einem Plus von sechs Prozent. Diese Markteuphorie speiste sich aus Trumps Entscheidung, trotz bereits verhängter Strafzölle, diese für zahlreiche Staaten auszusetzen - zur Freude von Anlegern in Frankfurt sowie an der Wall Street und den asiatischen Märkten, die bereits zuvor auf Erholungskurs waren.
Allerdings verflog die anfängliche Erleichterung an den US-Börsen schnell. Investoren begannen, die möglichen wirtschaftlichen Schäden, die bis jetzt durch die unbeständigen Zollentscheidungen entstanden sein könnten, genauer zu betrachten. Während Trumps erste Zollerhöhungen letzte Woche für Turbulenzen sorgten, stimmte seine 90-Tage-Aussetzung viele temporär zuversichtlich. Carsten Brzeski von der ING bezeichnete die momentane Marktlage mit Blick auf Trump als „verrückt“.
Während der Dax sich erholte, blieb er mit über 20.800 Punkten immer noch unter dem Niveau vom 2. April, dem Tag vor Trumps Ankündigung. Auch an den US-Börsen gingen die Kurse zurück. Zudem gilt für die meisten Staaten weiter ein Grundzollsatz von zehn Prozent, während China gar mit 125 Prozent belegt wird. Die EU-Kommission, geführt von Ursula von der Leyen, sieht in Trumps Kursanpassung einen positiven Schritt für die wirtschaftliche Stabilität, verknüpft mit der Hoffnung auf konstruktive Gespräche mit den USA.
Die durch Trumps Umschwenken entstandenen Unsicherheiten ließen den Goldpreis steigen – ein beliebter Zufluchtsort in Krisen. Der Preis für eine Feinunze kletterte auf über 3.122 Dollar und beendete eine vorangegangene Schwächephase. Hingegen litten deutsche Staatsanleihen ebenso wie der US-Dollar, der trotz leichter Erholung unter Druck bleibt. Besonders Krypto-Anleger mussten enttäuscht den Rückgang des Bitcoin von 88.000 auf 81.000 Dollar mitverfolgen. Die Ölpreise gerieten ebenfalls unter Druck infolge weltweiter Rezessionsängste, die auf die erratische US-Zollpolitik zurückzuführen sind.

