Neue Herausforderungen im Ostseehandel: Forderung nach schärferem Vorgehen gegen russische Schattenflotte
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat sich für ein entschlosseneres Vorgehen gegen die sogenannte russische Schattenflotte ausgesprochen, die sich der internationalen Sanktionen im Ölhandel zu entziehen versucht. In einem Treffen mit der lettischen Außenministerin Baiba Braze in Riga betonte der CDU-Politiker die dringende Notwendigkeit einer Reform des internationalen Seerechts. Der bestehende Rechtsrahmen erschwere Maßnahmen gegen die Schiffe und deren Betreiber erheblich.
Wadephul betonte, dass Deutschland und seine Partner in der Ostseeregion effektiver gegen diese Bedrohung vorgehen müssten. Ein zentrales Anliegen Wadephuls ist der unklare Flaggenstatus vieler Schiffe, der eine rechtliche Verfolgung erschwert. Er fordert eine stärkere Zusammenarbeit der Ostseeanrainer und die Nutzung aller Möglichkeiten des internationalen Seerechts, um diese Schiffe zu stoppen.
Die technische Mangelhaftigkeit der Schattenflotte und die oft unzureichend ausgebildete Besatzung stellen laut Wadephul eine erhebliche Gefahr für die Ostseeküste dar. Ein Unfall eines großen Öltankers könnte verheerende ökologische und ökonomische Folgen haben, insbesondere für den Tourismus in der Region.
Lettlands Außenministerin Braze sprach sich ebenfalls für eine verstärkte internationale Kooperation aus, um auch Drittländer in die Verantwortung zu nehmen, die indirekt am Umschlag der Schattenflottenfracht beteiligt sind. Dieser internationale Schulterschluss soll helfen, Schlupflöcher zu identifizieren und zu schließen, die Russland ausnutzen könnte.
Am Nachmittag wird Wadephul in Stockholm erwartet, um mit der schwedischen Außenministerin Maria Stenergard über diese Anliegen zu sprechen. Beide Länder sind sowohl NATO- als auch EU-Mitglieder und sehen sich in der Verantwortung, koordiniert gegen die Bedrohungen vorzugehen.

