Neue Chancen für Fachkräfte und Investoren: Deutschland und Ghana vertiefen Zusammenarbeit
Auf der politischen Bühne in Accra hat sich kürzlich ein bemerkenswertes Angebot ergeben: Ghana zeigte sich bereit, Deutschland bei der Lösung seines Fachkräftemangels zu unterstützen. Präsident John Mahama betonte während einer Pressekonferenz mit dem deutschen Staatsoberhaupt Frank-Walter Steinmeier, dass Ghana über qualifizierte Arbeitskräfte in Bereichen wie Energie, Digitalisierung und Ingenieurwesen verfüge. Gleichermaßen gibt es zahlreiche Experten in technischen Berufen, die in Deutschland tätig werden könnten. Mahama unterstrich zudem, dass Migration regulär ablaufen solle. Junge Menschen sollten einen sicheren Zugang zu Arbeit im Ausland haben, ohne gefährliche Wege auf sich nehmen zu müssen. Hierbei seien formale bilaterale Vereinbarungen mit europäischen Nationen vonnöten.
Auf deutscher Seite wies Steinmeier darauf hin, dass das deutsche Fachkräfteeinwanderungsgesetz noch bekannter gemacht werden solle und mit Ausbildungsinitiativen in Ghana verknüpft werden müsse. Die beiden Staatsmänner einigten sich darauf, ihre politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zu intensivieren. Künftig sollen regelmäßig Konsultationen auf hoher Ebene stattfinden, um beiderseitige Interessen zu eruieren und zu fördern. Mahama beschrieb die Beziehungen zwischen den beiden Ländern als seit über fünf Jahrzehnten freundschaftlich und betonte die Bedeutung des Besuchs als Meilenstein.
Steinmeier lobte Ghanas Stabilität und seine Rolle als wirtschaftlich drittgrößte Kraft in Westafrika. Der Empfang Steinmeiers erfolgte mit militärischen Ehren inklusive eines traditionellen 21-Schuss-Saluts. Deutschland setzte sich zudem für mehr Investitionen in Ghana ein, angesichts der Chancen, die die Afrikanische Freihandelszone bietet. Steinmeier hob die attraktiven Bedingungen des Standorts Ghana hervor, gerade auch im Sinne der demografischen Entwicklung, die viele Perspektiven erfordere. Die deutsche Wirtschaft drängt ebenfalls auf eine aktive Afrika-Politik. Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer des Afrika-Vereins, begrüßte die Bemühungen um starke politische und wirtschaftliche Beziehungen zum Kontinent und forderte die Bundesregierung auf, ihre Afrika-Politik zu intensivieren.

