Neue Ära der Zusammenarbeit: Schweiz und EU stärken Forschungskooperation
Die Europäische Union und die Schweiz haben einen bedeutenden Schritt in Richtung einer erneuerten Partnerschaft unternommen. Nach Jahren der Spannungen unterzeichneten der Schweizer Wirtschaftsminister Guy Parmelin und die EU-Kommissarin Ekaterina Zaharieva in Bern ein zukunftsweisendes Programmabkommen, das den Weg für neue Möglichkeiten im Bereich Forschung und Entwicklung ebnet. Mit diesem Abkommen wird Schweizer Forschenden wieder die Teilnahme an sechs EU-Programmen ermöglicht, was den akademischen Austausch entscheidend beleben dürfte.
Das Abkommen umfasst neben dem Forschungs- und Entwicklungsprogramm Horizon Europe auch das Euratom-Programm zur zivilen Kernenergienutzung sowie das Digital Europe Programm, welches Innovationen in den Bereichen Hochleistungsrechnen, Cybersicherheit und Digitaltechnologie fördert. Dies markiert einen Wendepunkt in den bilateralen Beziehungen, die 2021 nach Abbruch eines Rahmenabkommens durch die Schweiz ihren Tiefpunkt erreicht hatten. Nach einem Tauwetter ab Ende 2024 ist die formelle Wiederaufnahme der Kooperation nun vollzogen.
Die EU übernimmt künftig die Projektkosten der schweizerischen Teilnehmenden mit einem finanziellen Beitrag der Schweizer Regierung. Darüber hinaus ebnet das Abkommen den Weg für die Schweiz, ab 2026 an weiteren EU-Initiativen teilzunehmen, darunter ITER, Erasmus+ und das Gesundheitsprogramm EU4Health. Die grundsätzliche Zukunft der Zusammenarbeit steht jedoch noch vor einer Volksabstimmung in der Schweiz, die frühestens 2027, voraussichtlich aber erst 2028, stattfinden wird. Trotz breiter Unterstützung politischer Parteien stellt sich die konservative SVP gegen das Kooperationspaket.

