Neuausrichtung der transatlantischen Beziehungen: Röttgen plädiert für mehr europäische Eigenverantwortung
Die transatlantischen Beziehungen stehen im Fokus der politischen Debatte, als sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf ein Gespräch mit US-Präsident Donald Trump vorbereitet. In einer engagierten Rede im Bundestag setzte sich Unionsfraktionsvize Norbert Röttgen für eine neue Balance in der Zusammenarbeit mit den USA ein. Sein Anliegen: Die Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten in Sicherheitsfragen sollte reduziert werden, indem Europa eine stärkere Verantwortung für seine eigene Sicherheit und den Frieden übernimmt.
Auch Außenminister Johann Wadephul (CDU) unterstrich im Rahmen der Regierungsbefragung die Notwendigkeit eines stärkeren Europas im Verteidigungsbündnis. Er betonte die bevorstehenden Chancen eines erfolgreichen Nato-Gipfels, bei dem Europa seine Bereitschaft zeigen werde, einen größeren Teil der Lasten zu tragen. Ein solcher Schritt erfordere jedoch auch eine erneuerte amerikanische Verpflichtung zur Verteidigung Europas.
Beim anstehenden Nato-Gipfel in Den Haag am 24. und 25. Juni wird unter anderem über die Verteidigungsausgaben diskutiert. Präsident Trump pocht darauf, dass die Partnerländer fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigungszwecke verwenden. Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat in diesem Zusammenhang einen Kompromissvorschlag gemacht, der drei Prozent der Militärausgaben und 1,5 Prozent für verteidigungsrelevante Infrastruktur vorsieht. Wadephul äusserte, dass dieses Ziel notwendig sei, aber nicht sofort umgesetzt werden müsse.

