Nato-Verteidigungsminister beraten über Ostflanke und Ukraine
Die jüngsten Luftraumverletzungen durch russische Kampfjets und Kamikaze-Drohnen veranlassen die Verteidigungsminister der Nato-Staaten zu intensiven Gesprächen über verstärkte Abschreckungs- und Verteidigungsmaßnahmen. Im Fokus steht die Diskussion, ob der neue Nato-Einsatz zur Sicherung des Luftraums an der Ostflanke ausreichend ist, um Russland von weiteren Provokationen abzuhalten. Einige Mitgliedstaaten fordern eine verstärkte Präsenz im östlichen Bündnisgebiet, um Moskaus militärische Kapazitäten im Ukraine-Konflikt zu beschränken.
Parallel dazu wird die Rolle der EU bei der Entwicklung eines Drohnenabwehrsystems erörtert, wobei Fragen der Finanzierung im Vordergrund stehen. Noch am Abend soll es dazu Beratungen der Verteidigungsminister auf EU-Ebene geben. Bemerkenswert ist, dass 23 der 32 Nato-Staaten auch der EU angehören, was die Abstimmung erleichtert.
Zwischen den Treffen koordiniert die sogenannte Ukraine-Kontaktgruppe weitere Militärhilfen für die Ukraine. Unterstützt wird sie dabei von Verteidigungsminister Denys Schmyhal, der die aktuellen Bedürfnisse seiner Streitkräfte darlegt.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth plant, mehr Mittel für die Purl-Initiative zu fordern, durch die in den USA hergestellte Waffen an europäische Verbündete verkauft und an die Ukraine weitergereicht werden können. Der neue Nato-Einsatz, "Eastern Sentry" genannt, startete im September als Reaktion auf russische Drohnenvorfälle an der polnischen Grenze.
Mit zusätzlichen Überwachungs- und Flugabwehrkapazitäten soll die Ostflanke gesichert werden. Deutschland beteiligt sich mit vier Eurofighter-Kampfjets an Schutzflügen über Polen, flankiert von Frankreich, Großbritannien, Tschechien und Dänemark. Der Einsatz folgte weiteren Luftraumverletzungen in Estland durch russische Jets.

