Nato-Staaten: Verteidigungsausgaben steigen langsamer als erwartet
In einer aktuellen Einschätzung zeichnet sich ab, dass die europäischen Nato-Staaten und Kanada ihre Verteidigungsausgaben in diesem Jahr weniger stark erhöhen als im Vorjahr. Laut den nun veröffentlichten Schätzungen wird ein Anstieg von 15,9 Prozent erwartet, womit die Ausgaben auf 559 Milliarden US-Dollar (entspricht rund 479 Milliarden Euro) klettern. Letztes Jahr lag die Wachstumsrate noch bei geschätzten 18,6 Prozent.
Im Vergleich dazu dominieren die USA weiterhin mit erheblichen Verteidigungsausgaben, welche sich nach Angaben der Nato auf etwa 845 Milliarden US-Dollar belaufen könnten. Damit bleibt der amerikanische Anteil an den Gesamtverteidigungsausgaben weiterhin überproportional hoch.
Besondere Aufmerksamkeit gilt Deutschland, wo aufgrund der unsicheren Haushaltslage nur Ausgaben in Höhe von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts vorgesehen sind. Diese Zahlen könnten jedoch nach der Verabschiedung des Bundeshaushalts und möglichen neuen Angaben angehoben werden, was die Unterschiede zu den USA leicht verringern könnte.
Insgesamt 31 Staaten erwarten, das Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen. Nach Mitteilung eines Nato-Vertreters sollen alle Mitgliedstaaten – mit Ausnahme Islands – mindestens zwei Prozent ihres BIP für Verteidigung aufwenden. Diese Zielvorgabe wurde ursprünglich im Jahr 2014 vereinbart und wird nun mit einem Jahr Verzögerung erreicht.
Beim jüngsten Gipfeltreffen Ende Juni wurde unter dem Druck der USA beschlossen, diese Ausgaben weiter zu erhöhen. Für die Zukunft plant die Nato, dass die Mitgliedstaaten mindestens 3,5 Prozent ihres BIP für die Verteidigung ausgeben und zusammen mit verteidigungsrelevanten Ausgaben eine Quote von fünf Prozent erreichen.

