Nächste Runde im Tauziehen um globale Plastikmüll-Vereinbarung
Die äußerst komplexen Verhandlungen über ein globales UN-Abkommen zur Reduzierung von Plastikmüll sind in Genf vorerst ohne ein konkretes Ergebnis unterbrochen worden. Trotz frustrierender Gespräche zeigt sich der Vorsitzende Luis Vayas Valdivieso verhalten optimistisch und plant, die Beratungen am Freitag fortzusetzen.
Florian Titze von der Umweltorganisation WWF äußerte sich enttäuscht über den Verlauf und forderte, dass die willigen Nationen – darunter Deutschland – eigenständig voranschreiten sollten, um eine effektive Lösung in der Plastikkrise zu erreichen. Kritiker wie Titze warnen davor, sich mit einem Minimalkonsens zu begnügen, der keine signifikante Verbesserung bringt.
Der erzielte Fortschritt ist für die breite Öffentlichkeit schwer durchschaubar, da Gespräche hinter verschlossenen Türen stattfinden. Zudem sind die drei Jahre der Vertragsverhandlungen durch die deutlichen Gegensätze der Länder getrübt worden: Während Deutschland und über 100 andere Staaten einen ambitionierten Plan zur Begrenzung der Plastikproduktion fordern, stemmen sich rohstoffreiche Länder wie Saudi-Arabien, Iran und Russland vehement gegen derartige Einschränkungen.
Neben dem Ziel eines rechtlich bindenden Vertrags, der die gesamte Lebensspanne des Plastiks reguliert, steht auch die dringende Frage im Raum, wie die Ratifizierung in den einzelnen Ländern ablaufen soll. Die Umstellung von Einwegplastik zu nachhaltigen Alternativen stellt dabei eine zentrale Herausforderung dar, die in den nächsten Jahren in die politische Praxis umgesetzt werden muss.

