Musk verklagt Apple und OpenAI wegen angeblicher KI-Marktabschottung
Elon Musks KI-Unternehmen xAI hat Apple und OpenAI in den USA verklagt und fordert Schadensersatz in Milliardenhöhe. In der Klageschrift wirft xAI den beiden Konzernen vor, durch exklusive Partnerschaften Märkte „abgeschottet“ und Wettbewerber systematisch benachteiligt zu haben. Besonders im Fokus steht die Integration von OpenAIs ChatGPT in Apples Betriebssysteme für iPhones, iPads und Macs.
xAI argumentiert, dass Apple ohne seine Vereinbarung mit OpenAI keinen Grund habe, die eigenen Anwendungen X und Grok im App Store zurückzuhalten. Musk selbst bekräftigte die Vorwürfe am Montag auf seiner Plattform X: Trotz „einer Million Bewertungen mit einem Durchschnitt von 4,9 Sternen“ werde Grok von Apple auf keiner Empfehlungs-Liste geführt.
Der Rechtsstreit könnte für den US-Markt eine wegweisende Bedeutung haben. Antitrust-Experten sehen in Apples dominanter Stellung im Smartphone-Segment eine mögliche Grundlage für xAIs Klage. Gleichzeitig könne Apple jedoch anführen, dass die Partnerschaft mit OpenAI eine legitime Geschäftsentscheidung in einem dynamischen Wettbewerbsumfeld sei. Auch Sicherheits- und Integrationsgründe könnten ins Feld geführt werden.
Das Verfahren dürfte damit eine Grundsatzfrage berühren: Gibt es bereits einen klar definierten Markt für künstliche Intelligenz, der wettbewerbsrechtlich geschützt werden muss? Juristen sprechen von einem „canary in the coal mine“ – einem ersten Testfall, der darüber entscheidet, wie US-Gerichte künftig Antitrust und KI zusammendenken.
Musk hatte bereits Anfang des Monats mit einer Klage gegen Apple gedroht und führt parallel ein Verfahren gegen OpenAI und dessen CEO Sam Altman in Kalifornien. Hintergrund ist der Streit um die Umwandlung von OpenAI von einer Non-Profit- in eine For-Profit-Struktur, die Musk als Bruch des ursprünglichen Gründungsauftrags betrachtet.
Apples App-Store-Praktiken stehen seit Jahren unter regulatorischem Druck. Im Fall des Spieleentwicklers Epic Games urteilte ein Gericht bereits, dass Apple mehr Wettbewerb bei Zahlungsoptionen zulassen müsse. Der neue Rechtsstreit bringt die Auseinandersetzung um Apples Machtstellung nun in den strategisch sensiblen Zukunftsmarkt der Künstlichen Intelligenz.

