Bayern vor Inter

Musiala-Aus verwandelt Müllers Abschiedstour: «Pack ma's»

06. April 2025, 13:39 Uhr · Quelle: dpa
Thomas Müller zieht das Bayern-Trikot im Sommer nach 25 Jahren aus - aber nicht freiwillig. Er wird vielen fehlen. Öffnet Trainer Kompany der Vereinslegende nach dem Musiala-Schock das große Tor?

München (dpa) - Als der ewige Thomas Müller mit einem emotionalen Video-Clip und einem «Brief an die Fans des FC Bayern München» das Ende «einer unglaublichen Reise» verkündet, ist das alles - nur nicht sein Wunschszenario. Der Ur-Bayer, der Rekordspieler, der Fan-Liebling zieht im Sommer nach 25 Jahren das Trikot seines Herzensclubs aus. Und das früher, als er es wollte. 

Die aktuelle «Rolle» als Nicht-mehr-immer-Spieler «hätte ich mir auch im nächsten Jahr gut vorstellen können», schrieb Müller: «Der Verein hat sich jedoch bewusst dafür entschieden, mit mir keinen neuen Vertrag für die nächste Saison zu verhandeln. Auch wenn dies nicht meinen persönlichen Wünschen entsprach.» Als Profi aber respektiere er diesen Schritt.

 

 

Große Ziele treiben Müller zum Abschluss an

Und keiner wird mehr tun für ein Happy End. Zwei Abschiedsziele treiben ihn an. «Die Meisterschale wieder nach Hause zu holen und Ende Mai das ersehnte Finale dahoam zu erreichen.» Der erste Wunsch scheint Formsache, der zweite ist spätestens nach der schweren Muskelverletzung von Jamal Musiala vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League am Dienstag (21.00/Prime Video) gegen Inter Mailand noch kniffliger geworden. 

In der Schnelllebigkeit des Fußball-Business könnte aber ausgerechnet Müller jetzt noch mal als Musiala-Ersatz ganz wichtig werden. Mit Blick in die Zukunft ist der Weltmeister von 2014, zweimalige Triple-Gewinner, zwölfmalige Meister, Lautsprecher und Team-Anführer aber womöglich auch zum Kollateralschaden einer bisweilen vielstimmigen und nicht immer einmütigen Ausrichtung des teuren Bayern-Kaders für die Zukunft mit einer Next Generation geworden. 

«Da gehen die Meinungen eben auseinander», äußerte Ex-Bayern-Profi und Sky-Experte Lothar Matthäus zu den Bossen in Vorstand und Aufsichtsrat. Der Rekordnationalspieler befand: «Bei Bayern München hängt der Haussegen ein bisschen schief.» 

Auch Müller störte einiges im Entscheidungsprozess. «Das Hin und Her in der Öffentlichkeit hat mir verständlicherweise nicht gefallen.» Vorstandschef Jan-Christian Dreesen gelang es aber am Tag vor dem 3:1 in Augsburg, im persönlichen Gespräch mit Müller «fair und einvernehmlich eine Einigung zu finden» mit einer «der größten Spielerpersönlichkeiten dieses Clubs». 

Müller, von dem es schon als Kind Bilder mit Bayern-Trikot im Bett gibt, bekommt ein Abschiedsspiel in der Allianz Arena. Marketingmaßnahmen über den Sommer hinaus sind angedacht. Und sein Vertrag wird doch noch für zwei Wochen ausgeweitet für die Club-WM (15. Juni bis 13. Juli) in den USA, wo auch Müllers Spieler-Zukunft liegen könnte. Sein Karriereende hat der 35-Jährige ja nicht erklärt. 

Eberl gesteht: Das war nicht schlau

Am Sonntag versuchte Sportvorstand Max Eberl in der Talksendung «Doppelpass» bei Sport1, die Müller-Trennung zu erklären. «Ich weiß, dass wir dafür keinen Applaus erhalten werden», sagte der 51-Jährige. Müllers Zukunft sei schließlich auch intern «ein ganz großes Thema» gewesen. Und Eberl versicherte: Es lag nicht am Finanziellen, auch nicht am rein Sportlichen. 

Sondern an der Ausrichtung des Kaders und der Teamstruktur durch die sportliche Leitung um Trainer Vincent Kompany in die Zukunft. Und der hochdekorierte Trophäensammler Müller habe «auch keinen Folklorevertrag» gewollt, wie der Sportvorstand anmerkte. 

 

 

Eberl übte im Fernsehen auch Selbstkritik, weil er zu Jahresbeginn mit einer Aussage den Eindruck erweckt hatte, Müller habe quasi einen Freibrief zur Verlängerung. «Das wird das kürzeste Gespräch», hatte Eberl gesagt. Und wenn Müller Lust habe, werde es auch über den Sommer hinaus weitergehen. 

Nun sagte der oberste Kaderplaner: «Da war ich vielleicht nicht so schlau.» Eberl versicherte auch, dass beim Müller-Abschied vom Vorstand bis zum Aufsichtsrat um Ehrenpräsident Uli Hoeneß «Einhelligkeit» herrsche. Es sei auch «nicht alles kaputtgegangen», bemerkte Eberl zum Verhältnis mit Müller.

Letzte Träume: Meisterschale und Finale dahoam

Der schlaue Profi machte übrigens auch deutlich, dass der FC Bayern und er verbunden bleiben und damit eine anderweitige Zusammenarbeit nach seiner Fußball-Karriere realistisch bleibt. In typischer Thomas-Müller-Manier baute er schon in seinem Abschiedsbrief eine Brücke: «Hier halte ich es wie mit meinem Fußballspiel: Das war auch nicht immer von Perfektion geprägt.»

Ersetzt Müller den verletzten Musiala?

Spannend wird auch die neue Woche. Was macht Kompany? Bringt er Müller gegen Inter Mailand als Musiala-Ersatz von Anfang an und nimmt damit das Stadion emotional und stimmungsmäßig mit? Oder ist das Fußball-Romantik?

In Augsburg wechselte der Trainer jedenfalls Müller für Musiala ein, der sich nach seinem Treffer zum 1:1 kurz nach der Pause einen Muskelbündelriss am linken Oberschenkel zuzog. Kompany wollte nach dem wichtigen Liga-Sieg nicht «jammern» über den Musiala-Ausfall. 

«Wir dürfen unser Momentum nicht abbrechen, weil solche Momente passieren», sagte er zum Verletzungsfluch, der nach der Defensive (Neuer, Upamecano, Davies, Ito, Pavlovic) nun auch die Offensivabteilung erreicht hat. 

Führungsspieler wie Harry Kane oder Kimmich trauen Routinier Müller noch ein letztes Hurra im Bayern-Trikot zu. «Jetzt ist Jamal verletzt. Ich glaube, Thomas hat noch ein bisschen was im Köcher», sagte Kimmich. Müller brennt auf eine erfolgreiche Abschiedstour. Seine Überschrift: «Pack ma's gemeinsam an!»

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06.04.2025 · 13:39 Uhr
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