Munich Re plant ambitionierte Kostensenkungen: Mehr Gewinn ohne Personalabbau
Der Rückversicherungsriese Munich Re hat ehrgeizige Pläne enthüllt, um bis Ende dieser Dekade seine Ertragskraft deutlich zu steigern. Durch gezielte Einsparungsmaßnahmen sollen bis 2030 rund 600 Millionen Euro eingespart werden, wie der scheidende Vorstandsvorsitzende Joachim Wenning anlässlich der neuen Mittelfristziele in München erklärte. Einen Stellenabbau schließt er zusammen mit seinem Nachfolger Christoph Jurecka derzeit aus. Ein Drittel der Einsparungen soll schon im kommenden Jahr wirksam wird.
An der Börse wurden die Neuigkeiten sehr positiv aufgenommen: Die Munich-Re-Aktie notierte mit einem Plus von 1,8 Prozent bei 557 Euro und gehörte damit zu den stärksten Werten im Dax. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits rund 14 Prozent an Wert gewonnen.
Christoph Jurecka, bisheriger Finanzvorstand, wird ab Januar die Führung der Munich Re übernehmen. Er unterstrich die Einsparziele als ambitioniert und betonte, dass auch Personalkosten Teil des Plans sind. Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern laufen, und in den kommenden fünf Jahren wird ohnehin eine natürliche Fluktuation durch Ruhestände erwartet. Die Munich Re, zu der auch der Erstversicherer Ergo gehört, beschäftigt derzeit über 44.000 Mitarbeiter.
Für das laufende Jahr hält der Konzern an seiner Prognose von sechs Milliarden Euro Gewinn fest. Bis 2026 soll der Gewinn auf 6,3 Milliarden Euro steigen, mit einem durchschnittlichen Gewinnwachstum je Aktie von über acht Prozent bis 2030. Jurecka setzt zukünftig verstärkt auf Lebens- und Kranken-Rückversicherungen sowie das Spezialversicherungsgeschäft mit Industrieunternehmen. Der Anteil dieser Bereiche an den Gewinnen soll von 50 auf 60 Prozent steigen, während der Einfluss der Schaden- und Unfall-Rückversicherung sinkt. In diesem Segment haben Munich Re und andere Rückversicherer zuletzt zwar höhere Prämien bei Erstversicherern wie Allianz und Generali durchgesetzt, stehen jedoch seit 2025 unter Preisdruck.
Trotz des geplanten Gewinnanstiegs verspricht der Konzern seinen Aktionären weiterhin attraktive Dividenden und Rückkäufe. Eine nachhaltige Ausschüttungsquote von über 80 Prozent pro Jahr steht im Fokus, was die positiven Erwartungen der Anteilseigner untermauern sollte.

