Mütterrente: Reform bringt milliardenschwere Umverteilung bei der Rentenversicherung

Die Ausweitung der Mütterrente bringt jährlich rund 13,5 Milliarden Euro auf die Rechnung der Deutschen Rentenversicherung. Die Mütterrente I, eingeführt 2014, schlug 2024 mit neun Milliarden Euro zu Buche, während die 2019 eingeführte Mütterrente II im selben Jahr die Hälfte dieser Kosten verursachte. Diese Zahlen wurden durch das Redaktionsnetzwerk Deutschland ans Licht gebracht. Eine weitere Reform ab 2027 soll zusätzliche Milliarden kosten, die dann jedoch aus Steuermitteln gedeckt werden.
Die Mütterrente honoriert die Erziehung von Kindern durch eine Anrechnung auf die Rentenzeiten – eine Änderung, die sich seit Einführung durch die Regierungsmaßnahmen kontinuierlich entwickelt hat. Kinder, die vor 1992 geboren wurden, brachten den Eltern zunächst ein Jahr Erziehungszeit. Mit der Mütterrente I wurde ab 2014 ein zusätzliches Jahr anerkannt. Seit 2019 berücksichtigt die Mütterrente II insgesamt zweieinhalb Jahre. Die Rentenversicherung nennt für den Zeitraum von 2014 bis 2025 Gesamtkosten von 118,9 Milliarden Euro.
Im Jahr 2027 soll eine Gleichbehandlung bei der Anerkennung in den ersten drei Lebensjahren der Kinder eingeführt werden, was jährliche Mehrkosten von fünf Milliarden Euro verursacht. Diese resultieren hauptsächlich aus einem Anliegen der CSU. Im Unterschied zu früheren Phasen werden diese jedoch aus dem Bundeshaushalt finanziert, um die Rentenkassen zu entlasten. Diese Entscheidung stößt bei den Grünen auf Kritik, die Investitionen in Infrastruktur und Klimaschutz priorisieren wollen und die Mütterrente als „Wahlgeschenk“ bezeichnen.
Die Bundesregierung hat dazu eine Rentenkommission einberufen, die bis 2026 grundsätzliche Reformvorschläge erarbeiten soll. Ziel ist es, ein nachhaltiges Altersvorsorgesystem zu schaffen, das sowohl Beitrags- als auch Steuerzahler nicht übermäßig belastet, insbesondere angesichts des bevorstehenden Eintritts der Babyboomer in den Ruhestand.

