MTU Aero Engines: Aufwärtstrend und strategische Gewinne
Der Münchener Triebwerkshersteller MTU Aero Engines erfreut sich gegenwärtig eines florierenden Geschäfts und übertrifft sogar die bisherigen Erwartungen. Der neue CEO, Johannes Bussmann, erhöht in seinem ersten Ausblick prompt die Gewinnprognose für das Jahr 2025. Diese optimistische Einschätzung deckt sich mit den Prognosen der US-Partner GE Aerospace und Pratt & Whitneys Mutterkonzern RTX. „Auch 2025 erwarten wir erneut ein exzellentes Jahr für MTU“, verkündete Bussmann, während Analysten von der positiven Geschäftsentwicklung begeistert sind.
Das dritte Quartal war geprägt von einer gesteigerten Nachfrage nach Ersatztriebwerken und -teilen. Die MTU-Aktie legte angesichts dieser Neuigkeiten um 2,40 Prozent auf 387,70 Euro zu. Dieses Kursniveau macht sie zu einem der stärksten DAX-Werte, wobei sie das kürzlich erreichte Rekordhoch von knapp 400 Euro noch nicht wieder erreichen konnte. Bussmann tritt in die Fußstapfen seines Vorgängers Lars Wagner, der das Profitziel bereits im Juni nach oben korrigierte, bevor er nach Toulouse wechselte, um ab 2026 bei Airbus in führender Position zu wirken.
Bussmann visiert eine weitere Steigerung des operativen Gewinns für das laufende Jahr an und zielt auf ein bereinigtes EBIT von rund 1,3 Milliarden Euro. Dies entspräche einem Wachstum um einen mittleren 20er-Prozentsatz. Gleichzeitig wird ein erhöhter Barmittelfluss von 350 bis 400 Millionen Euro erwartet, während der Umsatz stabil bei 8,6 bis 8,8 Milliarden Euro liegen soll. MTU verzeichnete im dritten Quartal ein Umsatzplus von zwölf Prozent auf über 2,1 Milliarden Euro, hinzu kam ein Anstieg des bereinigten operativen Gewinns um fast ein Viertel auf 339 Millionen Euro. Der Gewinn erhöhte sich um über 18 Prozent auf 250 Millionen Euro, deutlich mehr als die Analystenerwartungen.
MTU arbeitet mit Triebwerksspezialisten wie GE Aerospace und Pratt & Whitneys Muttergesellschaft RTX an Antrieben für die Flugzeugtypen Airbus und Boeing. Darüber hinaus sind sie im Bereich von Militärflugzeugen wie dem Eurofighter und dem A400M aktiv. Besonders der Getriebefan-Antrieb von Pratt & Whitney zeigt sich stark gefragt und treibt zahlreiche Airbus und Embraer Modelle an. Allerdings wird die Branche seit zwei Jahren durch Produktionsmängel geplagt, die Reparaturen von rund 3.000 Turbinen verursachten.
MTU ist jedoch optimistisch, was die Fortschritte im Rückrufprogramm angeht, und Finanzchefin Katja Garcia Vila berichtet von verkürzten Wartungszeiten. Zudem bieten die Verzögerungen in der Auslieferung neuer Flugzeuge durch Airbus und Boeing zusätzliche Wartungsaufträge, da Airlines ihre älteren Maschinen länger im Einsatz halten.
Ein Wechsel in der Auftragssituation wurde verzeichnet, mit einem Rückgang von 28,7 auf 24,1 Milliarden Euro seit Jahresbeginn, der jedoch vor allem wechselkursbedingt ist. Derweil verschafft auch ein Auftrag der deutschen Regierung über 20 Eurofighter-Kampfjets inklusive zugehöriger Triebwerke, die MTU mit Partnern wie Rolls-Royce entwickelt, neuen Schwung. Zudem fielen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Handelskonflikte unter US-Präsident Donald Trump letztlich weniger gravierend aus als zuvor befürchtet.

