Mittelstand pocht auf politische Unterstützung: Dialog allein reicht nicht aus
Der Mittelstand erhebt zunehmend seine Stimme und fordert von der Bundesregierung konkrete Maßnahmen gegen die aktuellen Herausforderungen. Jörg Dittrich, Präsident des Handwerks, äußerte Unzufriedenheit angesichts der bisher unzureichenden politischen Maßnahmen vor einem Treffen mit Wirtschaftsministerin Katarina Reiche (CDU) in Berlin. Einmal mehr macht Dittrich klar, dass Ankündigungen nicht ausreichen, um die wirtschaftliche Basis des Mittelstands zu stärken. Dabei formuliert er eine klare Erwartung: Die Demokratie muss praktische Resultate liefern.
Ralf Stoffels, Vizepräsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer, kritisierte die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im globalen Vergleich. Als Hauptursachen benennt er die hohen Energiekosten und die überambitionierte Umsetzung europäischer Standards. Wirtschaftsministerin Reiche indes würdigte den Mittelstand als essentielle Stütze der deutschen Wirtschaft und mahnte an, mehr unternehmerische Freiräume zu schaffen. Dabei stellte sie fest, dass der Mittelstand fälschlicherweise das Gefühl habe, vernachlässigt zu werden.
Besonders die umstrittene Beibehaltung der Stromsteuer sorgt für großen Unmut unter mittelständischen Unternehmen. Dittrich forderte weniger bürokratische Hürden und kritisierte die Entscheidung der Regierung, die Stromsteuer nicht wie im Koalitionsvertrag angekündigt zu senken. Ministerin Reiche richtete den Blick auf Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), der ab 2026 Spielräume für Steuervergünstigungen andenkt, ein Vorschlag auf dessen konkrete Vorstellung nun gewartet wird.
Dittrich unterstrich abschließend die Wichtigkeit des Dialogs mit der Politik, mahnte jedoch an, dass rein symbolische Treffen den Unternehmern kaum helfen. Was wirklich benötigt werde, seien spürbare Entlastungen im Arbeitsalltag der Betriebe. Neue Kommissionen und Prüfaufträge alleine reichen dafür nicht aus.

