Milliardenbelastungen: Porsche kämpft sich durch die Krise
Die Verlängerung der Verbrennungsmotoren beschert dem Sport- und Geländewagenbauer Porsche erhebliche finanzielle Herausforderungen. Die jüngsten Zahlen zeigen einen drastischen Rückgang des Nachsteuergewinns in den ersten drei Quartalen auf lediglich 114 Millionen Euro, nahezu 96 Prozent geringer als im Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung ist in erster Linie auf schon vorher bekannte Sonderbelastungen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro zurückzuführen.
Am Aktienmarkt verzeichnete die Porsche-Aktie dennoch am Montag einen Anstieg um etwa vier Prozent auf 49,01 Euro, was auf eine fortgesetzte Erholung von ihrem Oktobertief hindeutet. Vom Rekordhoch im Frühjahr und Sommer 2023 sind die Kurse allerdings noch ein gutes Stück entfernt. Die deutlichen Kurseinbrüche hatten auch dazu geführt, dass Porsche von der Spitzenposition im Dax in den MDax absteigen musste.
Laut Analyst Tom Narayan von der Bank RBC entsprechen die Zahlen den bereits geäußerten Gewinnwarnungen, wobei das operative Ergebnis Porsches leicht über seinen Erwartungen lag, was der Aktie langfristig zugutekommen könnte. Im jüngsten Quartal erwirtschaftete das Unternehmen vor Zinsen und Steuern einen Verlust von 966 Millionen Euro, im Vergleich zu einem Gewinn von 974 Millionen Euro im selben Zeitraum des Vorjahres.
Der drastische Strategiewechsel, der unter anderem eine Abkehr von ambitionierten Elektrozielen und einen Fokus auf Verbrenner-Comebacks beinhaltet, trägt zur finanziellen Belastung bei. Schätzungen zufolge könnten die Sonderkosten im Jahr 2025 auf 3,1 Milliarden Euro ansteigen. Finanzvorstand Jochen Breckner führt die gemeldeten Ergebnisse auf die strategische Neuausrichtung zurück und bleibt optimistisch, dass Porsche bis 2026 den Tiefpunkt hinter sich lassen und durch Preissteigerungen bei den Modellen erneut stärker auftreten wird.
Der Umsatz gab im Berichtszeitraum um sechs Prozent auf knapp 26,9 Milliarden Euro nach. Gleichwohl zeigt sich das Unternehmen auch mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert, da es im zweiten Jahr infolge mit rückläufigen Verkaufszahlen kämpft.
Besondere Probleme bereitet der wichtige Markt China, wo Porsche einen Verkaufsrückgang von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete. Die Konkurrenz durch lokale Anbieter und eine zurückhaltende Konsumfreude der wohlhabenden Schicht angesichts der Immobilienkrise tragen entscheidend dazu bei. Vorstandschef Oliver Blume äußert sich skeptisch über eine baldige Erholung in China, ein Markt, der einst ein Viertel des Absatzes ausmachte.
Als Reaktion auf die ökonomischen Zwänge plant Porsche, etwa 1.900 Stellen in Stuttgart abzubauen und auslaufende Verträge von rund 2.000 befristeten Mitarbeitern nicht zu verlängern. Ein weiteres Sparprogramm steht in den Startlöchern, um die wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen.

