Meta: Pannen-Premiere bei der Vorstellung der neuen Ray-Ban Brillen
Es gibt Bühnen, die sind für Meilensteine und legendäre Momente reserviert. Bei Meta jedoch entglitt der große Moment gleich zweimal innerhalb von Minuten. Auf der jüngsten Meta Connect-Konferenz präsentierte CEO Mark Zuckerberg die Zukunft des Computing: Eine Welt, in der man weniger auf Handys herabblickt und stattdessen durch unsichtbare Schnittstellen hindurchblickt. Doch die Vision bekam Risse – und das in Echtzeit.
Ein Kochassistent, eingebaut in die neuesten Ray-Ban Brillen, scheiterte mitten in einem Rezeptversuch. Parallel wollte ein richtungsweisender WhatsApp-Videoanruf von Zuckerberg an den Technologiechef Andrew Bosworth partout nicht auf dem neuen Linsendisplay erscheinen. Ein sichtlich verlegener Zuckerberg musste eingestehen: „Das war peinlich. Ich weiß nicht, was passiert ist.“ Während dem Unternehmen das Konferenz-WLAN die Schuld gab, lag die Online-Welt die Verantwortung bei Meta. Wiederum zeigte sich Bosworth lapidar: Die Chance auf einen legendären Auftritt habe man schlichtweg verpasst.
Die Präsentation erwies sich als Stolperstein für eine glänzende Verkaufsstrategie. Die Ray-Ban Meta Display Brille, ab 799 Dollar erhältlich, soll mit einem neuralen Armband kombiniert werden und bietet theoretisch ein hochauflösendes Display in einem Glas. So verführerisch die Demovideos auch waren—darauf zu sehen waren Untertitel in Echtzeit, Benachrichtigungen und Übersetzungen—die technischen Pannen machten Metas Vision zu einem Rorschachtest. Enthusiasten erkennen lösbare Bugs, Kritiker jedoch sehen ein teures Fragezeichen.
Der missratene Auftritt führte zu teils bissigen Kommentaren in sozialen Medien, die das Desaster als „soliden Comedy-Gold“ titulierten. Meta beschwichtigte und bezeichnete die Panne als „Demo-Götter“-Spezialität. Laut Bosworth wurde durch eine technische Überlastung beim Kocheinsatz ein Sleep-State-Bug der Brille ausgelöst und dass die Probleme mittlerweile behoben seien.
Während Meta sich bemüht, seine Vision von „beruhigend nützlicher“ Technologie zu verwirklichen, untersteht es auch einem gewissen „Optik-Steuer.“ Die Skepsis gegenüber Technologie bleibt groß, besonders wenn sie an frühe „Glassholes“ von Google Glass erinnert. Trotz sinnvollen Sicherheitsvorkehrungen bleiben Bedenken hinsichtlich Privatsphäre und Daten-Sicherheit bestehen.
Die Herausforderung für Meta bleibt, als vertrauenswürdig und zuverlässig wahrgenommen zu werden. Anstatt in einer flippigen Hochglanzpräsentation zu brillieren, muss die Technologie in jedem Alltagstest bestehen. Solange die großen Sprünge von Meta zu Punchlines im Jargon der Technikschaufenster mutieren, bleibt das Vertrauen des Marktes eine ambivalente Größe. Der Weg zur Legende? Gespickt mit Stolpersteinen.

