Merck verlegt Forschung aus London – Investitionen in den USA im Fokus
Merck hat angekündigt, seine Forschungstätigkeiten in London einzustellen und diese hauptsächlich in bereits bestehenden Standorten in den Vereinigten Staaten anzusiedeln. Die Entscheidung, das für 2027 geplante Belgrove House im King’s Cross Gebiet nicht mehr zu beziehen, wirkt sich auf rund 125 Mitarbeiter aus. Pharmaunternehmen haben vermehrt ihre Investitionen in die Vereinigten Staaten verlagert, nicht zuletzt aufgrund der Handelszollpolitik der Trump-Administration und dem Druck, mehr Produktion ins Heimatland zu verlegen.
Merck erklärte, dass die Entscheidung die Herausforderungen widerspiegele, die sich aus dem mangelnden Fortschritt im Vereinigten Königreich bei Investitionen in die Life-Science-Industrie ergeben, sowie aufgrund der ausbleibenden Anerkennung innovativer Medikamente und Impfstoffe durch aufeinanderfolgende britische Regierungen. Bis Ende 2025 plant das Unternehmen den Rückzug aus den Laboren im London Bioscience Innovation Centre und dem Francis Crick Institute.
Bereits Anfang des Jahres verkündete Merck bedeutende Investitionen in den USA, unter anderem eine Milliarde Dollar für eine Betriebsstätte in Delaware zur Herstellung von Biologika und des Erfolgsmedikaments Keytruda – ein Projekt, das über 4.500 neue Arbeitsplätze schaffen soll. Die Anlage soll bis 2028 betriebsbereit sein, wobei die Produktion experimenteller Medikamente bis 2030 beginnen soll.
Zudem eröffnete Merck im März eine weitere Anlage in North Carolina mit Investitionen von ebenfalls einer Milliarde Dollar. Darüber hinaus investiert die Tiergesundheitsabteilung des Unternehmens 895 Millionen Dollar in die Erweiterung des Standorts in Kansas für Produktion und Forschung, ein Teil eines umfassenderen Investitionsplans über 9 Milliarden Dollar bis 2028.

