Merck plant Rückkehr auf Wachstumskurs: Optimismus trotz Börseneinbruch
Nach einem umfassenden Konzernumbau blickt der Darmstädter Merck-Konzern zuversichtlich auf zukünftiges Wachstum. Mittelfristig plant das im Dax notierte Unternehmen ein jährliches organisches Umsatzwachstum im Bereich eines mittleren einstelligen Prozentsatzes. Besonders in der Pharmasparte, die erst im Juli durch eine bedeutende Übernahme gestärkt wurde, herrscht Optimismus. Den Kapitalmärkten vermittelte die Konzernleitung an einem Investorentag neue Wachstumspläne.
An der Börse wurde die Ankündigung zunächst positiv aufgenommen, nur um kurz darauf wieder abzuflachen. Die Aktie gab um 0,6 Prozent auf 115,75 Euro nach. Merck kämpft derzeit mit Schwierigkeiten an den Kapitalmärkten. Vom Rekordhoch Ende 2021 hat der Kurs inzwischen mehr als die Hälfte eingebüßt, was Merck zu einem der größten Verlierer im Dax in diesem Zeitraum macht. Der Börsenwert ist auf 50 Milliarden Euro gefallen, wodurch das Unternehmen im oberen Mittelfeld der 40 Dax-Unternehmen liegt — 2021 war es noch an fünfter Stelle.
Konzernchefin Belén Garijo, die ihre Position im Mai 2026 an Kai Beckmann abgibt, unterstrich Mercks Wachstumsstrategie durch organische Investitionen und gezielte Übernahmen. Insbesondere das Portfolio für seltene Erkrankungen und die Weiterentwicklung der Arzneimittel sowie Halbleiterlösungen sollen bis zu 80 Prozent des künftigen Wachstums beitragen. Die Laborsparte steht weiterhin im Fokus für Übernahmen, wobei Merck bereits kleinere Akquisitionen getätigt hat und Pläne für eine organisatorische Neuausrichtung ab dem nächsten Jahr umsetzt.
In der Pharmasparte rechnet Merck nun mit einem jährlichen Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich. Dies unterstreicht die gestiegene Bedeutung personalisierter Medizin und seltener Erkrankungen nach der Übernahme des US-Krebsspezialisten Springworks Therapeutics. Zugleich wird in der Laborsparte ein jährliches Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich angestrebt, ebenso wie in der Sparte Electronics, die von der starken Nachfrage nach KI-Lösungen profitiert.
Unter der Leitung von Garijo hat Merck die Herausforderungen der Corona-Pandemie gemeistert und mehrere Akquisitionen sowie Verkäufe umgesetzt. Dennoch bleibt das selbst gesteckte Umsatzziel von 25 Milliarden Euro bis 2025 unerreichbar. Die Prognosen wurden bereits zweimal gesenkt und liegen nun bei 20,5 bis 21,7 Milliarden Euro.

