Mehr junge Aidstote in armen Ländern

29. November 2013, 14:40 Uhr · Quelle: dpa

New York/Berlin (dpa) - In den ärmeren Ländern sterben immer mehr Jugendliche an Aids. Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef ist die Zahl in den vergangenen Jahren dramatisch auf über 100 000 gestiegen.

Erfolge gibt es hingegen bei Kindern und auch Müttern. Anlässlich des Welt-Aids-Tages an diesem Sonntag forderte Unicef deutlich mehr Geld von den UN-Staaten, dann könne das Problem eingedämmt werden. In Berlin überreichten am Freitag besorgte Bürger Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) 50 000 Unterschriften und forderten sie auf, den deutschen Beitrag zur Bekämpfung von Aids zu erhöhen.

Im Jahr 2005 starben den Unicef-Angaben zufolge 71 000 Jugendliche in ärmeren Ländern, im vergangenen Jahr waren es 110 000. Das ist ein Anstieg von fast 55 Prozent. Etwa 2,1 Millionen Jugendliche hätten 2012 mit der Krankheit leben müssen. Als Jugendliche definieren die UN Menschen im Alter von 10 bis 19 Jahren.

Die Stiftung Weltbevölkerung in Hannover forderte, bei Programmen zur Aidsprävention Jugendliche gezielter anzusprechen. «Die aktuellen Zahlen belegen, dass mehr junge Menschen Zugang zu Aufklärung und Verhütung brauchen», sagte Geschäftsführerin Renate Bähr. Besonders Mädchen hätten ein hohes Risiko, sich mit HIV zu anzustecken.

In Berlin forderte ein Zusammenschluss verschiedener Initiativen die Bundeskanzlerin auf, den deutschen Beitrag zum globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria mindestens zu verdoppeln. Derzeit zahlt Deutschland etwa 200 Millionen Euro pro Jahr ein. Die Gespräche nach Überreichung der Unterschriften im Kanzleramt seien positiv verlaufen, sagte ein Sprecher des «Aktionsbündnisses gegen Aids». Der Fonds hat seit 2002 Aids-Medikamente für die Behandlung von 5,3 Millionen Menschen bereitgestellt.

Der amtierende Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) kündigte jedoch in einer Mitteilung an, dass Deutschland seinen Beitrag von 600 Millionen Euro für drei Jahre «auf hohem Niveau» weiterführen werde.

Nach Angaben der UN-Helfer kann mehr Geld das Problem wirksam bekämpfen. Mit einem Programmpaket im Umfang von 5,5 Milliarden Dollar (gut vier Milliarden Euro) könne bis 2020 die Ansteckung von zwei Millionen Jugendlichen verhindert werden. 2010 habe das Budget bei etwa 3,8 Milliarden Dollar gelegen.

Große Erfolge meldet Unicef bei Kindern. Die Übertragung der Erreger von Mütter auf Kinder sei deutlich eingedämmt worden. Zwar seien im vergangenen Jahr noch 260 000 Kinder mit dem Immunschwächevirus HIV infiziert worden. Sieben Jahre zuvor seien es mit 540 000 aber noch mehr als doppelt so viele gewesen.

Ohne Behandlung würde ein Drittel der infizierten Kinder vor dem ersten Geburtstag sterben, die Hälfte ihren zweiten Geburtstag nicht erleben. «Kinder müssen die ersten sein, die von unseren Erfolgen bei der Bekämpfung von HIV profitieren. Und sie müssen die letzten sein, die unter unserem Versagen leiden müssen», sagte Unicef-Direktor Anthony Lake. «Heute muss das Kind einer infizierten schwangeren Frau nicht länger das gleiche Schicksal erleiden.»

Laut Unicef ist die Zahl der erkrankten Kinder in dem am schwersten betroffenen Erdteil Afrika in vielen Ländern deutlich gesunken, so um 76 Prozent in Ghana oder um 58 Prozent in Namibia. Allerdings bekomme nur ein Drittel der Kinder in ärmeren Ländern die nötige Behandlung. Bei den Erwachsenen seien es fast zwei Drittel.

In Deutschland lebten Ende 2012 etwa 78 000 Menschen mit dem Aidserreger HIV. Darunter waren rund 200 Kinder und Jugendliche bis zu 15 Jahren. Etwa 550 Menschen starben in dem Jahr an den Folgen einer Aidsinfektion.

Wissenschaft / Gesundheit / Aids
29.11.2013 · 14:40 Uhr
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