Bitcoin-Entwickler schlagen BIP-361 zur Sperrung von quantenanfälligen Legacy-Adressen vor

Jameson Lopp und fünf weitere Personen haben vorgeschlagen, alle quantenanfälligen Bitcoin-Adressen einzufrieren, um BTC vor zukünftigen Bedrohungen durch Quantencomputer zu schützen.
Der Anstoß für diese Entwicklung kommt aus der langjährigen Sorge in der Community, dass Fortschritte in der Technologie die derzeitige Sicherheitsstruktur des Netzwerks gefährden könnten.
Umstellung auf sicherere Wallets
In einem Beitrag auf GitHub skizzierte die Gruppe einen dreistufigen Prozess, um die Nutzung älterer und weniger sicherer Wallet-Typen gemäß Vorschlag BIP-361 zu beenden.
Der Entwurf baut auf Arbeiten auf, die erstmals im Februar in BIP-360 vorgestellt wurden. In dieser Version schlugen sie einen Soft Fork vor, der einen neuen Ausgabetyp namens Pay-to-Merkle-Root (P2MR) einführen würde. Dies würde den ursprünglichen Schlüsselpfad in Bitcoin-Adressen entfernen, der die öffentlichen Schlüssel anfällig für eine Offenlegung macht.
Im neuesten Vorschlag würde die erste Phase verhindern, dass Nutzer Bitcoin an ältere, als quantenanfällig geltende Adressen senden. Dies soll die Menschen dazu ermutigen, ihre Wallets auf neuere Modelle aufzurüsten.
Der zweite Teil würde zwei Jahre später folgen und eine strengere Sperre einführen. In diesem Stadium könnten Wallets, die noch den alten Signaturstil verwenden, keine Bitcoin mehr senden. Einfach ausgedrückt: Wenn Börsen und alltägliche Nutzer ihre Bestände bis zu diesem Zeitpunkt nicht auf neuere und sicherere Wallets übertragen, werden sie unbrauchbar.
Entwickler diskutieren jedoch auch eine mögliche dritte Phase, die den Menschen die Möglichkeit geben würde, ihre Mittel zurückzuerhalten, falls sie die Frist verpassen. Dieser Schritt ist jedoch noch nicht bestätigt und erfordert weitere Forschung und Konsens innerhalb der Bitcoin-Community.
Auswirkungen auf das Netzwerk
Prognosen der Branche zeigen, dass Quantencomputer bereits zwischen 2027 und 2030 eine echte Gefahr für die Kryptografie von Bitcoin darstellen könnten. Gleichzeitig wird geschätzt, dass etwa 34% des Angebots der führenden Kryptowährung bereits der Anfälligkeit ausgesetzt sind.
Der Vorschlag besagt, dass ein solcher Angriff möglicherweise nicht sofort offensichtlich wäre, was es böswilligen Akteuren erleichtert, auf die anfälligen Adressen zuzugreifen, ohne entdeckt zu werden. Daher argumentieren die Entwickler, dass es zu riskant wäre, bis zur unmittelbaren Bedrohung zu warten.
Der Beitrag erwähnt auch einige der Vorteile, die sich aus einem netzwerkweiten Upgrade ergeben könnten. Ein solches Update würde das gesamte Netzwerk widerstandsfähiger gegen zukünftige Angriffe machen und die Unsicherheit über seine langfristige Sicherheit verringern.
Ein weiterer positiver Aspekt, den der Entwurf hervorhebt, ist, wie ein klarer Zeitplan alle Beteiligten im Ökosystem aufeinander abstimmen würde. Dies, so die Entwickler, würde es Wallets, Börsen und Institutionen erleichtern, sich im Voraus auf zukünftige Angriffe vorzubereiten, anstatt in einer Krise zu reagieren.
Einige Institutionen ergreifen bereits Maßnahmen zur Sicherung ihrer Bestände, wobei Blockstream Research kürzlich bekannt gab, dass es die ersten Transaktionen auf einer Live-Bitcoin-Sidechain durchgeführt hat, die durch post-quanten Kryptografie geschützt ist.
Unterdessen würde sich das gesamte im Umlauf befindliche Bitcoin-Angebot erheblich reduzieren, sobald ein großer Teil davon dauerhaft unzugänglich wird. Während dies die Knappheit erhöhen könnte, glauben die Entwickler auch, dass es die Menschen dazu bringen würde, verantwortungsbewusster mit ihren Beständen umzugehen.

