Mehr als nur ein Visum: Trumps Gebühren belasten Indiens IT-Sektor
Die Aktien indischer Technologieunternehmen verzeichneten am Montag einen deutlichen Rückgang, nachdem der US-Präsident Donald Trump neue, hohe Gebühren für H-1B-Visa eingeführt hatte. Diese Veränderung könnte den Betrieb großer Outsourcing-Unternehmen erheblich beeinträchtigen.
Trump hat die bisherigen Regelungen überarbeitet und eine Gebühr von 100.000 US-Dollar für neue Anträge festgelegt. Dies könnte zu Projektstörungen bei indischen Outsourcern wie Tata Consultancy Services und Infosys führen, die einen beträchtlichen Teil ihres Umsatzes in den USA erwirtschaften. Die Aktien von TCS sanken um bis zu 3,4 % – der größte Rückgang seit über zwei Monaten –, während Infosys einen Rückgang von 3,9 % verzeichnete. Tech Mahindra büßte gar 6,5 % ein, obwohl sich die meisten Aktien später etwas erholten.
Der IT-Dienstleistungssektor in Indien hatte ohnehin schon mit negativen Quartalszahlen für April bis Juni zu kämpfen, zusammen mit angekündigten Stellenstreichungen bei TCS. Kunden investieren aufgrund der sich verschärfenden Handelskonflikte weniger in Technologie. Der Sektorindex fiel bislang in diesem Jahr um über 15 %, wohingegen der NSE Nifty 50 Index um 7 % zulegen konnte.
Analysten von Bloomberg Intelligence, darunter Anurag Rana und Andrew Girard, äußerten, dass Unternehmen ihre Preisstrategien überdenken müssen. Ein mögliches Szenario ist der Wechsel zu teuren Onshore-Beratungspaketen oder günstigeren Offshore-Programmen, bei denen die meisten Arbeiten außerhalb der USA abgewickelt werden.
Kleinere IT-Firmen dürften stärker betroffen sein, da sie stärker von den Visa abhängig sind, im Gegensatz zu größeren Unternehmen, die ihre Abhängigkeit in den letzten Jahren verringert haben. Die Aktien von LTIMindtree und Mphasis fielen jeweils um etwa 6 %.
Hier ein Überblick über Marktmeinungen:
Citi (Strategen wie Surendra Goyal)
JPMorgan (Toshi Jain)
Jefferies (Akshat Agarwal)
Investec
Emkay (Madhavi Arora)

