Medienwandel: NDR-Intendant Joachim Knuth verabschiedet sich mit Blick auf die Zukunft
Der scheidende Intendant des Norddeutschen Rundfunks, Joachim Knuth, reflektiert über die Herausforderungen, die der Medienwandel für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit sich bringt. Er sieht dringenden Handlungsbedarf, um die digitalen Angebote wie Audiothek, Mediathek und Online-Inhalte weiter auszubauen. Auch der geschickte Umgang mit Web, Apps und sozialen Netzwerken müsse intensiviert werden, so Knuth in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Die Vielfalt der verfügbaren Kanäle werde insgesamt steigen und das erfordere Anpassungen.
Ein Beispiel für erfolgreiche digitale Ausspielung sei die 'Tagesschau', die auf Plattformen wie Instagram und TikTok Millionen von Nutzern erreicht. Durchschnittlich folgen auf Instagram rund fünf Millionen Menschen der 'Tagesschau', viele davon etwa 30 Jahre alt. Selbst auf TikTok erzielten die Beiträge siebenstellige Reichweiten, was die Präsenz in sozialen Medien in ein neues Licht rücke.
Trotz der Erfolge im Digitalbereich verlieren traditionelle Formate, wie das lineare Fernsehen, jährlich rund eine Million Zuschauer. Nichtsdestotrotz bleiben etablierte Sender wie Das Erste und das NDR-Fernsehen mit bis zu 22 Millionen bzw. 7 Millionen Zuschauern täglich weiterhin signifikante Reichweitenbringer.
Knuth betont die Notwendigkeit, neue Verbreitungswege zu nutzen, um die Massenmedium-Position zu behaupten. Dadurch könne man weiterhin eine breite Reichweite sicherstellen, was insbesondere vor dem Hintergrund der Debatte über das 'Ende der Massenmedien', ausgelöst durch eine provokante Aussage von ARD-Chef Florian Hager, von Bedeutung sei.
Knuth, gebürtiger Kieler, wird Ende August nach mehr als 40 Jahren Dienst beim NDR in den Ruhestand treten. Die Nachfolge an der Spitze des Senders übernimmt Hendrik Lünenborg, bisheriger Chef des Hamburger Landesfunkhauses.

