Media for Europe verfehlt Mehrheit bei ProSiebenSat.1 - Kampf um Anteile geht weiter
Media for Europe (MFE), das italienische Unternehmen unter der Leitung der Berlusconi-Familie, hat im Übernahmekampf um ProSiebenSat.1 überraschend die erwartete Aktienmehrheit verfehlt. Aktuell hält MFE etwa 43,6 Prozent der Anteile an dem deutschen Fernsehgiganten. Die Bemühungen um eine europäische Sendergemeinschaft setzen sich dennoch fort, da Aktionäre noch bis zum 1. September die Gelegenheit haben, ihre Anteile an MFE zu veräußern.
Die Hoffnung auf das Erreichen der Mehrheit bleibt also bestehen. Die Berlusconi-Erben verfolgen ambitionierte Pläne, ohne dabei auf kartellrechtliche Hindernisse zu stoßen, da sämtliche regulatorischen Prüfungen auf europäischer und nationaler Ebene bisher erfolgreich passiert wurden. Notwendige Prüfungen der Europäischen Kommission sowie der Bundeswettbewerbsbehörde erfolgten bereits 2023 und 2024.
Nachdem MFE sein Angebot im Juli deutlich erhöht hatte, verzichtete der tschechische Investor PPF auf ein ähnliches Vorgehen und beförderte somit den Berlusconi-Vorstoss. ProSiebenSat.1, mit bekannten Marken wie ProSieben und Sat.1, ist Deutschlands zweitgrößter privater TV-Konzern neben der RTL-Gruppe. Begleitend zum linearen TV-Angebot erweitert die Unternehmensgruppe ihr Portfolio mit Streamingdiensten wie Joyn und beliebten Formaten von „Germany's Next Topmodel“ über „The Voice of Germany“ bis hin zu „jerks.“ und anderen Entertainment-Inhalten. Somit steht die deutsche Fernsehlandschaft weiterhin im Fokus internationaler Investoreninteressen, während die mediale Zukunft der Berlusconi-Familie weiterhin ungewiss dargestellt wird.

