Mark Carney und das diplomatische Dilemma: Entschuldigung bei Trump
Der kanadische Premierminister Mark Carney hat sich aufgrund eines kontroversen Anti-Zoll-Werbeclips der Provinz Ontario bei US-Präsident Donald Trump offiziell entschuldigt. In einer Pressekonferenz betonte Carney, er habe die Entschuldigung persönlich ausgesprochen, nachdem der Werbespot Trumps Zollpolitik infrage gestellt und Unmut ausgelöst hatte.
Der Werbefilm, der von der Regierung Ontarios initiiert wurde, führte dazu, dass Trump die laufenden Handelsgespräche mit Kanada abrupt unterbrach. Obwohl Carney die Anzeigenkampagne nicht selbst initiiert hatte, sah er sich in der Verantwortung, die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu wahren. Darüber hinaus berichteten Medien, Trump habe Journalisten an Bord der Air Force One von Carneys Entschuldigung berichtet, die am Rande mehrerer asiatischer Gipfeltreffen stattfand.
Zur Frage, ob der US-Präsident nun bereit sei, die Handelsgespräche wieder aufzunehmen, reagierte Trump entschieden negativ. Der US-Präsident hatte bereits zuvor zusätzliche Zölle verhängt, da er sich durch die irreführende Nutzung von Ronald Reagans Stimme im Werbespot fühlte. Der Premierminister von Ontario, Doug Ford, hatte daraufhin die Aussetzung des Werbeclips veranlasst, um die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen. Doch Trump reagierte unverzüglich mit einer Ankündigung weiterer Zölle von zehn Prozent gegen Kanada.
Zuletzt hatte Trump bereits im August Zölle in Höhe von 35 Prozent auf kanadische Importe erhoben, mit der Begründung, der Nachbarstaat unternehme nicht genug gegen den Drogenhandel, der über die Grenze floriere.

