Macrons „Top Gun“-Moment treibt iVision-Aktie auf Höhenflug
Ein Präsident als Werbeträger
Als Macron in Davos mit einer markanten, blau getönten Pilotenbrille vor die Kameras trat, verbreiteten sich die Bilder in sozialen Netzwerken rasend schnell. Nutzer zogen Vergleiche mit dem Kultfilm „Top Gun“ und Tom Cruise in der Rolle des Kampfjetpiloten Maverick. Der visuelle Effekt war so stark, dass er unmittelbar auf den Kapitalmarkt durchschlug.
Der italienische Brillenhersteller iVision Tech identifizierte das Modell als „Pacific S 01“ aus dem eigenen Sortiment. Konzernchef Stefano Fulchir sprach von einem klaren „Wow-Effekt“ an der Börse.
Kurssprung in Mailand
Die Aktie von iVision legte im Tagesverlauf an der Mailänder Börse um bis zu knapp 35 Prozent zu. Der Börsenwert des Unternehmens erhöhte sich damit um rund 3,5 Millionen Euro. Für einen vergleichsweise kleinen Hersteller ist das ein erheblicher Zuwachs, ausgelöst nicht durch neue Geschäftszahlen oder Prognosen, sondern allein durch mediale Aufmerksamkeit.
Zufälliger Auslöser mit großer Wirkung
Nach Angaben des Élysée-Palasts trug Macron die Sonnenbrille aus medizinischen Gründen, da ein Blutgefäß in seinem Auge geplatzt war. Zu Marke und Modell äußerte sich das Präsidialamt nicht. Für iVision kam der Auftritt damit einer unbezahlten, aber extrem wirkungsvollen Imagekampagne gleich.
Der Fall zeigt, wie stark visuelle Symbole und Prominenz in Zeiten sozialer Medien selbst bei börsennotierten Nischenanbietern kurzfristig massive Marktreaktionen auslösen können. Ein einzelnes Foto, ein popkultureller Vergleich – und schon wird aus einer medizinisch motivierten Sonnenbrille ein kurstreibernder „Top Gun“-Moment.


