Machtkampf bei Borussia Dortmund: Watzke im Compliance-Verfahren entlastet
Der BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sieht sich im derzeitigen Machtkampf um das Präsidentenamt bei Borussia Dortmund erleichtert. In einem aktuellen Compliance-Verfahren wurden ihm keine Unregelmäßigkeiten nachgewiesen.
Gegenstand der Untersuchung war der Verdacht, Watzke könnte private Reisen auf Kosten des Vereins abgerechnet haben. Der Bericht der 'Ruhr Nachrichten' gibt wieder, dass es bei den Vorwürfen konkret um zwei Flüge im Jahr 2023 ging, deren dienstlicher Charakter in Frage gestellt wurde.
Drei Prüfstellen – die Compliance-Beauftragte, der Präsidialausschuss des Beirates und der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates – stellten nach intensiver Prüfung fest, dass Watzke die internen Richtlinien eingehalten hat. Das Verfahren wurde ohne Beanstandungen abgeschlossen.
Watzke äußerte sich erleichtert über das einvernehmliche Urteil der Gremien und betonte, die Angelegenheit sei für ihn nun abgeschlossen. Dennoch äußerte er Unmut darüber, dass interne Details trotz Verschwiegenheitsverpflichtungen bekannt geworden sind. Solch ein Verhalten gefährde das Vertrauen in die diskreten und sachorientierten Diskussionen innerhalb der Vereinsgremien.
Der Hintergrund des Verfahrens ist brisant, da er mitten in der Auseinandersetzung um das Präsidentenamt öffentlich wird. Sowohl Watzke als auch der amtierende Präsident Reinhold Lunow planen, bei der Mitgliederversammlung im November zu kandidieren. Unüblich für den Verein könnte es zu einer Kampfabstimmung kommen.
Lunow hatte ursprünglich angedeutet, zugunsten Watzkes auf eine erneute Kandidatur zu verzichten, entschied sich jedoch, erneut anzutreten. Watzkes eigene Pläne in Bezug auf Lunows Kandidatur sind bislang unklar geblieben.

