Machtkämpfe, Handelskonflikte und Analystenbewertungen belasten deutsche Börse
Der deutsche Aktienmarkt sieht sich mit einer Gemengelage konfrontiert, die sowohl von innenpolitischen Kämpfen in den USA als auch von drohenden Handelsstreitigkeiten mit China beeinflusst wird. Der Dax fiel im frühen Handel unter die kritische 21-Tage-Linie und verzeichnete mit einem Rückgang um 0,6 Prozent auf 24.129 Punkte ein Zwei-Wochen-Tief. Auch der MDax und der EuroStoxx 50 blieben nicht verschont und verloren jeweils 1,0 Prozent und 0,9 Prozent an Wert.
In den Vereinigten Staaten bringt US-Präsident Donald Trump Unruhe in die Finanzmärkte, indem er die Entlassung der Fed-Gouverneurin Lisa Cook forderte. Als angeblichen Grund gibt der Präsident falsche Angaben in Hypothekenverträgen an, während Cook diese Vorwürfe entschieden zurückweist und ihren Posten verteidigen will. Gleichzeitig droht Trump China mit drastischen Strafzöllen, sollte Peking nicht zuverlässig Magneten aus seltenen Erden an die USA liefern, was das Potenzial hat, die ohnehin schon angespannten Handelsbeziehungen weiter zu verschärfen.
Im Fokus der Anleger stehen zudem die Commerzbank-Aktien als Schlusslicht im Dax mit einem Einbruch von 5,5 Prozent. Sowohl die Bank of America als auch die Deutsche Bank haben kürzlich ihre Erwartungen für das Kreditinstitut gesenkt, was die Papiere weiter belastet. Auch andere Unternehmen wie Puma und SFC Energy sind nicht von den Turbulenzen verschont. Nach einem Höhenflug aufgrund von Verkaufsspekulationen setzte bei Puma eine Gewinnmitnahme ein, die die Aktie um 2,1 Prozent sinken ließ. Bei SFC Energy führten enttäuschende Halbjahreszahlen und revidierte Ausblicke zu einem Kursrückgang von 2,4 Prozent. Ein Lichtblick bleibt hingegen 1&1, deren Aktien um 5,5 Prozent zulegten. Grund hierfür war eine signifikante Aktienkaufaktion von Ralph Dommermuth, dem Gründer und CEO der Muttergesellschaft United Internet, die als Ausdruck des Vertrauens in das Unternehmen aufgefasst wurde.

