Lust auf Fleisch mit fatalen Folgen: Helfen höhere Steuern?

05. Januar 2017, 16:58 Uhr · Quelle: dpa

Berlin (dpa) - Der Fleischverbrauch in Deutschland übersteigt den weltweiten Durchschnitt um das Doppelte. Das schadet nicht nur der Gesundheit, sondern auch dem Klima. Was steckt hinter der Forderung des Umweltbundesamts, eine höhere Mehrwertsteuer auf Fleisch, Milch und Eier zu erheben?

Wie viel Fleisch essen wir überhaupt?

Der Fleischverbrauch beträgt pro Kopf und Jahr 88,3 Kilogramm. Zieht man den Knochenanteil ab, verzehrt jeder Bürger in Deutschland 60,3 Kilo Fleisch - zu zwei Dritteln vom Schwein. Der Pro-Kopf-Verbrauch übersteigt den weltweiten Durchschnitt um das Doppelte - und den Indiens sogar um das 20-fache.

Ist das zu viel?

Ja. Die Ernährungskampagne «In Form» der Bundesregierung rät: «Im Rahmen einer vollwertigen Ernährung sollten Sie nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche essen.» Das entspricht einer Jahresmenge zwischen 15 und 31 Kilogramm.

Und was ist mit der Umwelt und dem Klima?

Unser hoher Fleischkonsum und der dafür nötige Einsatz von Soja in der Tierfütterung vergrößern den Ausstoß an Treibhausgasen und befördern den Flächenverbrauch weltweit, etwa für Sojaanbau in Südamerika. Die FAO, die Lebensmittel- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen, kommt zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass die Viehhaltung global für 14,5 Prozent aller Treibhausgase verantwortlich ist - das ist ähnlich viel wie der Transportsektor, also alle Autos, Lkw, Flugzeuge, Traktoren zusammen.

Wie ist das zu erklären?

Wälder werden in Land- und Weideflächen umgewandelt, beim Futteranbau wird Stickstoffdünger eingesetzt, Rinder stoßen sehr viel Methan aus. Der Umweltverband WWF rechnet vor: Wenn jeder Bundesbürger nur einmal pro Woche auf Fleisch verzichten würde, könnte das zu einer jährlichen Einsparung von rund neun Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen führen. Das entspreche umgerechnet 75 Milliarden Kilometern mit dem Pkw.

Was könnte der Gesetzgeber tun?

Umweltschützer rügen, dass Fleisch hierzulande überwiegend zu billig produziert und verkauft werde. Dies befördert Massentierhaltung. Eine Greenpeace-Studie aus dem Jahr 2013 zeigt unter anderem, dass ein «Gülle-Euro», eine Abgabe auf Stickstoffüberschüsse, positive ökologische Lenkungswirkung in den Betrieben hätte. Es würde dann weniger Stickstoff auf die Felder ausgebracht. In der Folge würde sich ein Kilo Rindfleisch um knapp 7 Prozent und Schweinefleisch um etwa 2,5 Prozent verteuern.

Denkbar wäre auch die Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für Fleischprodukte, wie nun vom Umweltbundesamt gefordert. Derzeit werden Fleischerzeugnisse - wie alle Lebensmittel - mit einem ermäßigten Satz von 7 statt 19 Prozent besteuert.

Umweltpolitik / Klima / Steuern / Deutschland
05.01.2017 · 16:58 Uhr
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