Verdi erhöht den Druck: Realistisches Angebot in Tarifverhandlungen gefordert

Die Verhandlungen um den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder nehmen an Fahrt auf. Verdi-Chef Frank Werneke äußerte unmissverständlich die Erwartungen an die Finanzminister der Länder. "In der zweiten Verhandlungsrunde im Januar muss ein Angebot auf den Tisch, das der Wirklichkeit Rechnung trägt", betonte Werneke in einem Interview mit der "Bild". Ohne ein solches Angebot sei ein erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen im Februar schwer vorstellbar.
Der Ausgang der Gespräche wird entscheidend dafür sein, ob Verdi zu weiteren Protesten und Streiks aufruft. Die bevorstehende zweite Verhandlungsrunde am 15. und 16. Januar soll einen Ausweg aus der bisher stockenden Situation bieten. In der ersten Runde konnten die Spitzenvertreter von Verdi, dem Beamtenbund dbb und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) noch keine Einigung erzielen.
Die TdL lehnt die Forderungen nach einer Erhöhung von sieben Prozent oder mindestens 300 Euro mehr pro Monat als finanziell nicht tragbar ab. Bei den Verhandlungen geht es um die Zukunft von 900.000 Tarifbeschäftigten, und der Abschluss wird voraussichtlich auf 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamte übertragen, mit Ausnahme von Hessen, wo separat verhandelt wird. Werneke unterstrich, dass die Beschäftigten mehr als nur Ausgleichszahlungen für die Inflation erwarten. Sie benötigen eine Erhöhung ihrer Kaufkraft, um den Mangel an konkurrenzfähigen Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst entgegenzuwirken, was derzeit zur Unterbesetzung in vielen Bereichen führt.

