Lufthansa strukturiert neu: Jobabbau und Zentralisierung im Fokus
Der deutsche Luftfahrtgigant Lufthansa plant, in den nächsten Jahren etwa 4.000 Stellen in der Verwaltung abzubauen, um organisatorische Effizienzen zu steigern. Diese Ankündigung erfolgte im Rahmen des Kapitalmarkttags in München, wo Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr die Details zu den bevorstehenden Veränderungen enthüllte. Dabei setzt die Lufthansa-Aktie ihren Höhenflug fort, mit Kursgewinnen von 1,7 Prozent auf 7,88 Euro, was einen bemerkenswerten Anstieg von 28 Prozent seit Jahresbeginn markiert.
In der Hoffnung auf Kostenvorteile setzt das Management auf neue Flugzeugmodelle, Digitalisierung und die Verlagerung von Flugzeugen an kostengünstigere Flugbetriebe. Diese strategischen Umstrukturierungen stoßen jedoch bei der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit auf Widerstand, die über einen Streik abstimmen lässt. Obwohl die Piloten von den Stellenstreichungen nicht direkt betroffen sind, sind sie gegen die Verlagerung der Flotte an Discountertochtergesellschaften, die deutlich tiefere Crewkosten aufweisen.
Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, werden die verschiedenen Fluggesellschaften des Konzerns künftig zentraler gesteuert. Der Fokus liegt hierbei auf einer starken Dachmarke 'Lufthansa Group', während die Regionalgesellschaften wie Swiss, Austrian, Brussels Airlines und andere weiterhin weitgehend unabhängig bleiben sollen. Frankfurt wird in dieser Neustrukturierung teilweise an Bedeutung verlieren, da bis zu 1.500 Vollzeitstellen an internationale Standorte verlagert werden.
Operativ strebt Lufthansa eine Gewinnspanne von 8 bis 10 Prozent an, hat jedoch noch Nachholbedarf gegenüber Konkurrenten wie IAG. Trotz der Herausforderungen sieht das Unternehmen zuversichtlich in die Zukunft, mit dem Ziel, langfristig attraktiv für Investoren zu bleiben. Die Anteilseigner dürfen weiterhin auf eine Dividendenrendite zwischen 20 und 40 Prozent des Nettogewinns hoffen. Doch zunächst gilt es, den potentiellen Streik der Piloten abzuwenden, da die Urabstimmung dazu am Dienstag endet.

