Lufthansa-Piloten stimmen für Streik: Tarifkonflikt erreicht neuen Höhepunkt
Die Lufthansa steht vor unruhigen Zeiten, da die Fluggesellschaft möglicherweise mit Streiks der eigenen Piloten konfrontiert wird. Der Hintergrund: Eine Urabstimmung der Vereinigung Cockpit ergab eine überwältigende Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen. Diese Entwicklung übt Druck auf die Lufthansa-Aktien aus, die bereits um mehr als sechs Prozent gesunken sind. Obwohl noch kein konkreter Termin für den Streik festgelegt wurde, zeigt sich die Gewerkschaft mit dem Ergebnis zufrieden. Über die nächsten Schritte entscheidet nun die Tarifkommission.
Historisch hat die Lufthansa in Ausnahmefällen wie umfassenden Pilotenstreiks den Flugplan größtenteils ausgesetzt. An der aktuellen Abstimmung nahmen 90 Prozent der Lufthansa-Piloten und 95 Prozent der Lufthansa-Cargo-Piloten teil; die Zustimmung lag bei 88 beziehungsweise 96 Prozent.
Der Konflikt dreht sich um die betriebliche Altersvorsorge der rund 4.800 Piloten, wobei die Lufthansa Verhandlungen über eine geforderte Erhöhung des Arbeitgeberanteils bislang ablehnte. Eine Anpassung der Betriebsrenten begründet CEO Jens Ritter mit der finanziellen Lage des Unternehmens, das mitten in einem umfangreichen Sanierungsprogramm steckt. Die Umstellung des Betriebsrentensystems im Jahr 2017 belastet weiterhin: Lufthansa muss die Renten nicht mehr garantieren, sondern lediglich vorab festgelegte Beiträge leisten.
Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen bleibt die Gewerkschaft zu Verhandlungen bereit, während der Lufthansa-Vorstand Pläne bestätigt, bis 2030 die Kurz- und Mittelstreckenflieger teils auszulagern. Die Gründung von Discover und City Airlines verdeutlicht diese Strategie, doch stoßen die Pläne bei Arbeitnehmervertretern auf Widerstand. Gewerkschaft und Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo kritisieren ebenso die strategischen Entscheidungen des Konzerns, müssen jedoch ohne Streikmaßnahmen auskommen, da solche Fragen nicht tarifvertraglich geregelt sind.

