L'Oreal: Nordasiatische Flaute bremst Wachstum des Kosmetikriesen
Der französische Kosmetikkonzern L'Oreal erlebte im zweiten Quartal eine unerwartete Wachstumsdelle, die vor allem auf eine Schwäche in Nordasien zurückzuführen ist. Der Umsatz sank um 1,3 Prozent auf rund 10,7 Milliarden Euro, was leicht unter den Prognosen der Analysten lag.
Die erfreulichen Entwicklungen in anderen Regionen konnten den Rückgang in Märkten wie China und Südkorea nicht vollständig kompensieren. Trotz dieser Herausforderungen gelang es L'Oreal, den Umsatz, bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe, um 2,4 Prozent zu steigern, wobei auch hier die Analysten optimistischere Werte erwartet hatten.
Speziell in China zeigt sich eine Rückkehr zu Wachstumszahlen, obwohl die flächenbereinigten Umsätze um deutliche 8,8 Prozent hinter den Erwartungen zurückblieben. Der Konzern sieht sich hier mit einem rückläfigen Konsum konfrontiert, zurückzuführen auf stagnierende Löhne und hohe Jugendarbeitslosigkeit.
Im Halbjahresvergleich konnte L'Oreal den operativen Gewinn um 3,1 Prozent auf über 4,7 Milliarden Euro steigern. Der bereinigte Nettogewinn erhöhte sich um ein Prozent auf 3,8 Milliarden Euro.
Analysten von RBC Capital Markets begrüßten die positive Entwicklung in China und Nordamerika und äußerten Vertrauen in die ehrgeizigen Wachstumsziele der Firma. An der Börse gehörten L'Oreal-Aktien zu den Gewinnern des europäischen Markts und kletterten um 4,8 Prozent auf 391,45 Euro. Die Titel erholten sich damit signifikant vom letzten Tiefstand im Juni.
Die Bewertung durch JPMorgan blieb jedoch auf 'Underweight' mit einem Kursziel von 290 Euro, da die Umsatzzahlen enttäuschten, während der Gewinn je Aktie leicht über den durchschnittlichen Prognosen lag.

