L'Oréal im Sinkflug: Schwache Zahlen hinterlassen Spuren an der Börse
Der französische Kosmetikriese L'Oréal sorgte im dritten Quartal mit unerwartet enttäuschenden Geschäftszahlen für Aufsehen. Trotz einer positiven Entwicklung des Unternehmens in Festlandchina blieb die konzernweite Umsatzdynamik hinter den Erwartungen zurück. Besonders Nordamerika zeigte eine enttäuschende Entwicklung, was sich am Mittwochmorgen deutlich in den Aktienkursen widerspiegelte.
In der ersten Handelsstunde musste die L'Oréal-Aktie einen dramatischen Rückgang von fast acht Prozent hinnehmen, womit sie das Schlusslicht im EuroStoxx 50 bildete. Der Kurs hat sich in diesem Jahr in einer Berg- und Talfahrt bewährt, nachdem im Juni ein Allzeithoch von nahezu 462 Euro erreicht worden war. Dieses Niveau ist inzwischen in weite Ferne gerückt, und der Kurs pendelte sich zuletzt bei rund 375 Euro pro Aktie ein. Die aktuellen Verluste haben das bisherige Jahresplus auf unter zehn Prozent schrumpfen lassen.
Analysten zeigten sich geschlossen von den Ergebnissen ernüchtert. David Hayes von Jefferies sprach von einem "Fehlschlag" im Vergleich zu den Markterwartungen. Während der Professional-Bereich als Leistungsträger glänzte, blieben andere Sparten hinter den Prognosen zurück, so RBC-Analyst Wassachon Udomsilpa. Celine Pannuti von JPMorgan setzt hingegen auf eine mögliche Erholung im vierten Quartal, auch wenn dies keineswegs sicher ist.
Trotz der rückläufigen Gesamtentwicklung äußerte sich L'Oréal-Chef Nicolas Hieronimus zufrieden mit dem Fortschritt des Unternehmens. Er betonte, dass das Wachstum, wie erwartet, beschleunigt wurde und alle Regionen zu diesem Erfolg beigetragen hätten. Besonders stark entwickelten sich Profiprodukte und Spezial-Hautpflegemarken, aber auch Luxus- und Massenkosmetik erzielten Verkaufszuwächse. Insgesamt stieg der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 4,2 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro, während Analysten mit 4,9 Prozent gerechnet hatten.
In Nordasien übertraf L'Oréal die Erwartungen deutlich. Die Umsätze in dieser Region erhöhten sich um 4,7 Prozent auf fast 2 Milliarden Euro, trotz anfänglicher Konsumzurückhaltung in China. Der positive Trend war bereits im vorherigen Quartal zu erkennen und setzte sich fort. Auch in Europa konnte das Unternehmen Zuwächse verzeichnen, mit einem Plus von 4,1 Prozent.
Nordamerika präsentierte sich weniger stark. Die Region erreichte nur ein Umsatzplus von 1,4 Prozent, deutlich hinter den anderen Märkten. Besonders Haarpflegeprodukte verkauften sich gut, doch die Gesamtnachfrage litt unter den Auswirkungen von US-Zöllen, die den Handel beeinflussen.
Trotz der herausfordernden Zahlen bleibt Hieronimus optimistisch für das Gesamtjahr. Er äußerte Zuversicht, den globalen Schönheitsmarkt zu übertreffen und sowohl Umsatzwachstum als auch Profitabilität zu steigern. Großes Potenzial sieht der CEO in einer kürzlich angekündigten Kooperation mit dem Luxuskonzern Kering. Diese beinhaltet den 4 Milliarden Euro schweren Erwerb des Parfümherstellers House of Creed und Lizenzen zur Vermarktung von Beauty-Produkten bekannter Modelabels.

