Litauen schließt vorübergehend Grenze zu Belarus aufgrund von Luftvorfällen
Litauen plant die vorübergehende Schließung seiner Grenze zu Belarus nach wiederholten Luftraumverletzungen durch Ballons. Diese Entscheidung resultiert aus der Dringlichkeit, den Luftverkehr zu schützen, nachdem die Störungen an Flughäfen wiederholt zu Unannehmlichkeiten führten. Ministerpräsidentin Inga Ruginiene erklärte, dass das Kabinett bereit sei, diesen Beschluss in einer baldigen Sitzung zu fassen, um die nationale Sicherheit zu gewährleisten.
Das Militär Litauens wird einschreiten, um Ballons abzufangen, die in der Regel in großer Höhe die Grenze überqueren und schwer zu erkennen sind. Diese Ballons führten kürzlich dazu, dass hundert von Flügen und tausende von Passagieren betroffen waren, als der Flugverkehr aus Sicherheitsgründen zeitweise eingestellt werden musste. Bei den Vorfällen handelte es sich mehrheitlich um Wetterballons, die von Schmugglern eingesetzt wurden, um Waren wie Zigaretten über die Grenze zu transportieren.
In Reaktion auf die Vorfälle schloss Litauen bereits die Grenzübergänge Salcininkai und Medininkai temporär, um weiteren Schmuggel zu unterbinden. Fundstücke wie in Plastik verpackte Zigarettenbehälter wurden sichergestellt, und es kam zu Festnahmen. Ruginiene verurteilte das Verhalten als "hybride Attacke" und nahm dabei Bezug auf die stillschweigende Zusammenarbeit der belarussischen Führung.
Die litauische Regierung erwägt in Zusammenarbeit mit ihren Bündnispartnern, darunter Polen und Lettland, mögliche strategische Schritte und schließt nicht aus, den Nato-Artikel 4 zu aktivieren, um sich gegen Bedrohungen abzusichern. Diese Maßnahme unterstreicht die sicherheitspolitische Brisanz der Vorfälle.

