Litauen ruft Ausnahmezustand wegen Schmuggelballons aus Belarus aus
In einem bemerkenswerten Schritt hat Litauen den Ausnahmezustand ausgerufen, nachdem eine Flut von Schmuggelballons aus dem benachbarten Belarus in den litauischen Luftraum eingedrungen ist. Diese Maßnahme unterstreicht die ernsten Bedenken der Regierung des baltischen Staates hinsichtlich der nationalen Sicherheit und der Gefährdung der zivilen Luftfahrt. Mit der Sonderregelung werden Behörden in die Lage versetzt, mit erhöhten Ressourcen und beschleunigten Maßnahmen gegen die Gefahren vorzugehen. Auch das Militär soll nunmehr verstärkt eingreifen dürfen.
Ministerpräsidentin Inga Ruginiene betonte die Notwendigkeit strikter Maßnahmen im Angesicht dessen, was sie als einen "hybriden Angriff" bezeichnete. Die Devise lautet, die am stärksten betroffenen Gebiete zu schützen und sämtliche relevante Institutionen zur Zusammenarbeit zu bewegen, ohne dabei die Bevölkerung zu beeinträchtigen.
Insbesondere die zivilen Flughäfen des Landes hatten in den letzten Wochen mehrfach unter den aus Belarus einfliegenden Ballons gelitten. Diese unbemannte Fracht, die dazu dient, Zigaretten illegal über die Grenze zu schaffen, zwang den Flughafen Vilnius zu temporären Schließungen, die insgesamt über 60 Stunden dauerten und massenhaft Passagiere sowie Flüge betrafen.
Der Schmuggelprozess wird durch die nahezu senkrecht aufsteigenden Ballons ermöglicht, die per Wind in großer Höhe die Grenze überqueren. An ihnen hängen mit Zigaretten gefüllte Kisten, die nach der Landung von Schmugglern eingesammelt werden – ein Vorgehen, das jedoch den litauischen Behörden bereits zur Festnahme mehrerer Beteiligter verhalf.
Im Zuge der Ballon-Invasion setzte Litauen bereits Ende Oktober ein starkes Zeichen und schloss seine Grenze zu Belarus vorübergehend. Diese Maßnahme führte allerdings zu einem logistischen Dilemma für litauische LKW-Fahrer, die seither in Belarus gestrandet sind.

