Lecornus Amtsantritt im Zeichen von Wandel und Protesten
In einer spannungsgeladenen Atmosphäre, geprägt von landesweiten Protesten, hat Frankreichs neuer Premierminister, Sébastien Lecornu, bei seiner Amtsübernahme Veränderungen angekündigt. Der 39-Jährige, ehemals Verteidigungsminister und ein gewichtiger Akteur der Mitte, betont die Notwendigkeit von 'Brüchen' – sowohl in methodischer als auch inhaltlicher Hinsicht –, um die Diskrepanz zwischen politischer Lage und den Erwartungen der Bevölkerung zu überbrücken.
Mit einer gespannten Ernsthaftigkeit in seiner ersten Rede an die Nation machte Lecornu deutlich, dass ein Umdenken und eine kreative, technologiegespickte Herangehensweise im Umgang mit der Opposition unabdingbar seien. Während Lecornu das Regierungsruder übernahm, standen Zehntausende auf Frankreichs Straßen, um gegen die Sparpläne der Vorgängerregierung zu protestieren. Innenminister Bruno Retailleau berichtete von teils heftigen Ausschreitungen und nahm fast 300 Personen in Gewahrsam.
Lecornu tritt in einer politisch fragmentierten Nationalversammlung an, die aus Macron-Anhängern, Le Pens Rechtsnationalen und linken Parteien besteht. Er muss Brücken bauen, denn seine beiden Vorgänger scheiterten an parlamentarischem Rückhalt. Es bleibt abzuwarten, ob Lecornus Versprechen von Wandel die kritischen Stimmen aus linkem Lager und von rechten Populisten und ihre Forderungen nach einem grundlegenden Politikwechsel beruhigen kann.

