Lage von Quelle spitzt sich zu

03. Juli 2009, 22:45 Uhr · Quelle: dpa
München/Fürth (dpa) - Der Quelle-Insolvenzverwalter will noch im Juli erste Eckpunkte eines Sanierungsplans für den insolventen Versandhändler vorlegen.

«Es wird drastische Maßnahmen geben müssen, die auch Arbeitsplätze kosten werden», sagte der für die Arcandor-Versandhandelsparte zuständige Insolvenzverwalter Jörg Nerlich der «Süddeutschen Zeitung» (Samstag). Es gebe bereits erste Interessenten für eine Übernahme von Quelle. Der Insolvenzverwalter zeigte sich überzeugt, dass der Kern des Unternehmens gerettet werden könne. Voraussetzung sei, dass Banken und Betriebsrat mitspielten. Wie viele der fast 10 000 Arbeitsplätze bei Quelle und in Schwesterfirmen wegfallen werden, könne man noch nicht beziffern. «Wir spielen derzeit die unterschiedlichsten Szenarien durch und schauen uns an, wo sich bei Quelle wie dauerhaft Rendite erzielen lässt und wo wir schneiden müssen», sagte Nerlich.

Am Freitag hat sich die Lage des insolventen Versandhauses Quelle weiter zugespitzt: Die Druckereien hatten Produktion und Auslieferung des Hauptkatalogs komplett gestoppt. Hintergrund sind die Befürchtungen zweier Druckereien, dass die Arbeiten nicht bezahlt werden und sie auf ihren Kosten sitzenbleiben. Der Katalog ist jedoch für das Überleben von Quelle entscheidend.

Quelle-Sprecher Manfred Gawlas bestätigte am Freitag, dass Quelle trotz des von der Politik bewilligten Massekredits über 50 Millionen Euro noch nicht über Liquidität verfüge. Man hoffe, dass die Zahlungsfähigkeit Mitte nächster Woche wieder hergestellt sei. «Sobald wir Zugriff auf die Konten haben, werden wir in unserem eigenen Interesse die drängendsten Rechnungen bezahlen.»

Die Quelle-Mutter Arcandor rechnet innerhalb der nächsten Tage mit einer Wiederaufnahme der Zahlungen der Valovis-Bank an das Fürther Versandhaus. Die Bank, die die Finanzgeschäfte für Quelle abwickelt, hatte die Zahlungen nach der Insolvenz gestoppt und das Versandhaus von jeglichen Geldströmen abgeschnitten. «Das wird sich nächste Woche klären. Dann läuft alles wieder normal», sagte ein Arcandor-Sprecher in Essen. Es gehe noch darum, Details in dem Vertrag mit der Essener Valovis-Bank zu klären.

Die Sorge der Druckereien bezeichnete er als «verständlich». Sie sei jedoch unbegründet. Ein Teil der Auflage des Quelle-Katalogs von insgesamt neun Millionen Exemplaren sei zudem bereits ausgeliefert. Der Katalog wird etwa zu einem Drittel von der Schlott-Gruppe (Freudenstadt) und zu zwei Dritteln von Prinovis mit Sitz in Itzehoe produziert. Auch die mittelständische Unternehmen Print.Forum (Sinsheim) ist beteiligt. Bei Schlott stehen die Maschinen bereits seit Mittwoch still. Sprecher Marco Walz sagte, bislang sei nicht gewährleistet, dass der Katalog bezahlt werde. «Wir haben noch keine Zusage», sagte er und bestätigte einen Bericht von «Focus Online».

Prinovis teilte am Freitag mit, Schlott und Print.Forum hätten zudem einen Eigentumsvorbehalt auf von ihnen vorproduzierte Bögen geltend gemacht. Diese Bögen sollten von Prinovis in Nürnberg zusammen mit Katalogseiten, die im eigenen Betrieb gedruckt wurden, zum Gesamtkatalog weiterverarbeitet werden. Prinovis sei jedoch verpflichtet, Produktion und Auslieferung des Katalogs auszusetzen, bis die Vorlieferanten von dem Eigentumsvorbehalt zurücktreten, und habe die Maschinen deshalb am Mittwochabend ebenfalls gestoppt. «Wir haben ein Interesse, unserem langjährigen Kunden Quelle zu helfen», sagte ein Firmensprecher. Es liege jedoch nicht in den Händen von Prinovis, wann man die Auslieferung fortsetzen könne.

Der Bund sowie die Länder Bayern und Sachsen hatten zur vorläufigen Rettung von Quelle einen Massekredit über 50 Millionen Euro zugesagt. Damit wird die Valovis-Bank besichert. Quelle-Sprecher Gawlas unterstrich, dass Quelle selbst das Geld aus dem Kredit nicht erhält. Zunächst müsse das Factoring-Programm wieder anlaufen. «Jede Verzögerung ist eine weitere Schwierigkeit für uns», räumte er ein.

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters sagte «Focus Online», die Kreditverträge mit den Banken seien noch nicht unter Dach und Fach. Quelle werde wahrscheinlich erst Anfang bis Mitte nächster Woche wieder flüssig sein. Ein Massekredit ist in der Insolvenz ein Instrument, um den Geschäftsbetrieb in vollem Umfang zu erhalten. Dabei steht der Kreditgeber in der Liste der Gläubiger ganz weit oben, seine Forderungen werden vorrangig bedient.

Eine klare Mehrheit der Bürger ist laut ZDF-Politbarometer gegen den 50-Millionen-Euro-Kredit von Bund und Ländern für das Versandhaus Quelle. 64 Prozent lehnen ihn ab und 31 Prozent finden ihn richtig, ergab die am Freitag veröffentlichte Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen bei 1206 Wahlberechtigten. Keine Angabe machten 5 Prozent. Dabei gab es laut der Forschungsgruppe wenig Unterschiede unter den Anhängern der verschiedenen politischen Parteien.

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03.07.2009 · 22:45 Uhr
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