Investmentweek

Trumps Hormus-Hammer: US-Abzug stürzt Weltwirtschaft in den Abgrund

24. März 2026, 09:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Trumps Hormus-Hammer: US-Abzug stürzt Weltwirtschaft in den Abgrund
Foto: InvestmentWeek
Radikaler Kurswechsel in Washington: Warum Trump die Straße von Hormus nicht mehr schützen will und was das für die deutschen Energiepreise bedeutet.
Die USA ziehen ihr Militär aus dem Iran-Konflikt ab und überlassen die lebenswichtige Straße von Hormus ihrem Schicksal. Für Europa und Asien bedeutet dieser Rückzug den drohenden Energie-Kollaps und ein geopolitisches Desaster.

Es ist eine diplomatische Abrissbirne, die Donald Trump am Samstagmorgen in Washington geschwungen hat. Mit einer Mischung aus gewohntem Isolationismus und offener Verachtung für seine Verbündeten kündigte der US-Präsident an, die amerikanische Militärpräsenz im Persischen Golf drastisch zurückzufahren. Die Begründung ist ebenso simpel wie verstörend: Die USA bräuchten die Straße von Hormus schlichtweg nicht selbst für ihre Energieversorgung.

Damit bricht Washington mit einem jahrzehntealten Sicherheitsversprechen, das die Schlagader der Weltwirtschaft bisher geschützt hat. Trump macht unmissverständlich klar, dass die Ära, in der die US-Navy als kostenloser Sicherheitsdienst für den globalen Ölhandel fungierte, vorbei ist. Wer die Meerenge nutzt, soll sie künftig gefälligst auch selbst schützen – eine Forderung, die insbesondere Deutschland und die asiatischen Industrienationen völlig unvorbereitet trifft.

Die USA verabschieden sich als Weltpolizist am Persischen Golf

„Die Straße von Hormus wird von den Nationen gesichert werden müssen, die sie nutzen – die Vereinigten Staaten tun das nicht“, erklärte Trump trocken vor Journalisten. Es ist die radikale Umsetzung seiner „America First“-Doktrin. Da die USA durch Fracking und heimische Förderung mittlerweile weitgehend energieautark sind, sieht Trump keine Notwendigkeit mehr, amerikanische Leben und Steuergelder für die Absicherung von Öl-Routen zu riskieren, die primär China, Japan oder Europa zugutekommen.

Der Präsident betonte, man stehe kurz davor, die eigenen militärischen Ziele gegen den Iran zu erreichen. Ein „Herunterfahren“ der Einsätze werde daher nun konkret geprüft. Hilfe werde es von Seiten der Supermacht nur noch geben, „wenn wir gefragt werden“ – was im Trump-Jargon übersetzt bedeutet: Nur gegen massive politische oder finanzielle Gegenleistungen. Die Straße von Hormus, durch die täglich ein erheblicher Teil des globalen Öls und Flüssiggases fließt, wird damit zum rechtsfreien Raum oder zum Spielball regionaler Mächte.

Trump wütet gegen „Feiglinge“ in der Nato und droht mit Konsequenzen

Besonders heftig traf es in Trumps Statement die europäischen Verbündeten. In einer beispiellosen verbalen Attacke beschimpfte er die Nato-Partner als „Feiglinge“. Vor allem Deutschland steht im Fadenkreuz des Präsidenten, da Berlin sich beharrlich weigert, eigene Kriegsschiffe zur Absicherung der Handelsrouten in den Golf zu entsenden. Das Verteidigungsbündnis sei ohne die USA ohnehin nur ein „Papiertiger“, wetterte Trump weiter.

Die Weigerung der Partner, sich an dem laut Trump „einfachen militärischen Schritt“ mit „geringem Risiko“ zu beteiligen, bezeichnete er als einen „sehr dummen Fehler“. Die Drohung folgte auf dem Fuße: Washington werde sich diese Haltung „merken“. Damit ist das Tischtuch zwischen den USA und der Nato in der Golf-Frage endgültig zerrissen. Europa steht nun vor der unmöglichen Wahl, entweder eigene militärische Kapazitäten aufzubauen, die es aktuell nicht hat, oder dem Iran und anderen Akteuren schutzlos ausgeliefert zu sein.

Ein Todesstoß für die Stabilität der asiatischen Volkswirtschaften

Während Europa indirekt über explodierende Energiepreise leidet, stehen Nationen wie China, Indien und Japan vor einer existenziellen Bedrohung. Diese Volkswirtschaften sind in extremem Maße auf die ungestörte Passage durch die Meerenge zwischen Iran und Oman angewiesen. Wenn die US-Flotte den Raum verlässt, entsteht ein Machtvakuum, das zu einem unkontrollierten Wettrüsten oder direkten militärischen Konfrontationen führen könnte.

Die wirtschaftlichen Folgen dieses „Geheim-Plans“ zum Rückzug sind kaum absehbar. Bereits jetzt reagieren die Märkte nervös; die Sicherheit der Transportwege war bisher eingepreist. Fällt dieser Schutzwall, könnten Versicherungsprämien für Tanker ins Unermessliche steigen, was die Inflation weltweit weiter anfachen würde. Trump scheint dies billigend in Kauf zu nehmen, solange die US-Wirtschaft an Land davon unberührt bleibt.

Das Ende der transatlantischen Sicherheitsarchitektur rückt näher

Dieser Schritt ist mehr als nur eine taktische Umpositionierung; es ist der operative Rückzug aus der globalen Führungsrolle. Indem Trump die Sicherung der Weltmeere zur Privatsache der Anrainer und Nutzer erklärt, beendet er die Ordnung der Nachkriegszeit. Die Straße von Hormus wird zum Präzedenzfall für eine neue Weltunordnung, in der jeder für sich selbst kämpfen muss.

Für die deutsche Bundesregierung ist die Lage katastrophal. Ohne den Schutz der USA und ohne eigene nennenswerte Marinepräsenz am Golf ist die deutsche Industrie der Willkür des Iran-Konflikts preisgegeben. Trumps Kalkül ist brutal: Er zwingt die Partner zur Unterwerfung unter seine Bedingungen oder überlässt sie dem wirtschaftlichen Ruin durch blockierte Rohstoffwege.

Der Schutzwall ist gefallen; wer künftig Öl aus der Wüste will, muss wohl oder übel selbst in den Krieg ziehen oder Trumps Preis bezahlen.

Finanzen / Global
[InvestmentWeek] · 24.03.2026 · 09:00 Uhr
[2 Kommentare]
kostenloses stock foto zu altcoin, anlageportfolio, anlagerisiko
Der Bitcoin-Kurs scheint derzeit keine Erholung zu finden, da die Kryptowährung einen weiteren Rückgang verzeichnete und auf ein monatliches Tief von knapp über 74.000 $ fiel. Der bekannte Analyst CW erklärte, dass Kleinanleger ihre Bestände verkaufen, während große Investoren, sogenannte Wale, Kaufaufträge platziert haben, um den Verkaufsdruck […] (00)
vor 1 Stunde
Michél "Mitch" Kniat (Archiv)
Bielefeld - Nach drei Jahren beenden der DSC Arminia Bielefeld und Cheftrainer Mitch Kniat die Zusammenarbeit nach der abgelaufenen Saison. Beide Parteien einigten sich "nach umfangreichen Analysen und tiefgehenden Gesprächen einvernehmlich", teilte der Zweitligist am Samstag mit. Neben Mitch Kniat werden auch die Co-Trainer Dani Jara und Janik […] (00)
vor 28 Minuten
Nicholas Galitzine hat zugegeben, dass er sich wie ein 'kompletter Betrüger' fühlte, als er zum ersten Mal sein He-Man-Kostüm anzog.
(BANG) - Nicholas Galitzine fühlte sich wie ein "kompletter Betrüger", als er zum ersten Mal sein He-Man-Kostüm anzog. Der 31-jährige Schauspieler verkörpert Prinz Adam und dessen Superhelden-Alter-Ego im neuen Film 'Masters of the Universe', und vor seiner dramatischen körperlichen Transformation für die Rolle gab er zu, dass er sich "unwürdig" fühlte, […] (00)
vor 17 Stunden
Teile aus dem 3D-Drucker für die Ukraine
Berlin/Kiew (dpa) - Die Ukraine hat eine Armee, die auch in Deutschland aktiv ist: Drukarmija (Druckarmee) heißt eine Freiwilligenorganisation, deren Aktivisten mit 3D-Druckern massenhaft kleine Plastikteile herstellen. Sie drucken fast alles, was Soldaten und Rettungskräfte der Ukraine bei der Abwehr der russischen Invasion brauchen: Drohnenzubehör, […] (00)
vor 6 Stunden
Microsoft schiebt EA den schwarzen Peter zu: Xbox Game Pass Family Plan endgültig gestorben?
Kaum eine Funktion haben Xbox-Spieler so vehement gefordert wie einen Familien-Tarif für den Game Pass. Über das hauseigene Feedback-System „Player Voice“ landete das Familienabonnement unter den Top 5 der meistgewünschten Features. Doch nach Monaten des Testens in Irland und Kolumbien ist klar: Der Traum vom günstigen Mehrspieler-Abo ist geplatzt. Und […] (00)
vor 1 Stunde
Leo Woodall hat verraten, dass er viele Stunden investieren musste, um für seine Rolle als Niki White in dem Krimi-Thriller 'Tuner' Klavier spielen zu lernen.
(BANG) - Leo Woodall verbrachte Monate damit, für seine Rolle in 'Tuner' das Klavierspiel zu meistern. Der 29-jährige Schauspieler spielt in Daniel Rohers Krimi-Thriller Niki White, einen einst begabten Klavierspieler, der sein außergewöhnliches Gehör nutzt, um zum Dieb zu werden, nachdem er wegen der Hörstörung Hyperakusis nicht mehr auftreten kann. Er […] (00)
vor 1 Stunde
Mitch Kniat
Bielefeld (dpa) - Trainer Mitch Kniat verlässt Arminia Bielefeld. Der ostwestfälische Traditionsclub und der 40-Jährige einigten sich einvernehmlich auf eine Trennung, wie der Fußball-Zweitligist mitteilte. Kniat arbeitete drei Jahre bei der Arminia. Im vergangenen Jahr führte er den damaligen Drittligisten sensationell ins DFB-Pokalfinale, dort […] (00)
vor 32 Minuten
Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen
Mörfelden-Walldorf, 23.05.2026 (lifePR) - Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen Jeder Modellbauer kennt das Problem: fettige Fingerabdrücke, Staub oder Schweiß auf empfindlichen Bauteilen. Gerade beim Kleben oder Lackieren ist eine absolut saubere Oberfläche entscheidend, damit die Arbeit gelingt und das Modell ein perfektes Finish […] (00)
vor 3 Stunden
 
Stabilität in turbulenten Zeiten In einer Welt, die von geopolitischen Spannungen […] (00)
Ein mutiger Schritt für maritime Sicherheit In einem entschlossenen Schritt zur […] (00)
Kürzungen als Finanzierungsstrategie In einem aktuellen Podcast äußerte sich […] (00)
Hamburger Hafen (Archiv)
Berlin - Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) senkt ihre […] (01)
business, computer, security, currency, finance, bitcoin, money, digital, financial, technology
Bitcoin-Derivatehändler kehren nach einer achtmonatigen Deleveraging-Phase wieder auf […] (00)
iPhone 19 Pro: Prototyp offenbar mit vierfach gebogenem Display im Test
Apple testet aktuellen Berichten zufolge einen Prototyp des iPhone 19 […] (00)
Heidi Klum
(BANG) - Heidi Klum spricht offen darüber, in den Wechseljahren zu sein. Die […] (00)
Mann verklagt Nintendo nach Ablehnung als Pokémon-Professor
Wenn man an eine Nintendo Klage denkt, geht es normalerweise um Leaks, Emulatoren […] (01)
 
 
Suchbegriff