Kursrutsch bei Edelmetallen: Gold und Silber nach Höhenflug unter Druck
Die Kursrallye von Gold und Silber scheint vorerst an ein Ende gelangt zu sein. Nachdem beide Edelmetalle zuletzt neue Rekordwerte gewagt hatten, verlängerten sie ihre Verlustserie am US-Markt. Ein zentraler Grund für die Abrutschgefahr ist die Unsicherheit um die zukünftige Zinspolitik der US-Notenbank.
Der Goldpreis fiel unter die 4.700-Dollar-Marke, kletterte jedoch zuletzt leicht und notiert derzeit rund 60 Dollar über diesem Wert. Trotz der aktuellen Rückschläge bleibt Gold seit Jahresbeginn mit einem Zuwachs von zehn Prozent im grünen Bereich.
Silber erlebte einen noch dramatischeren Einbruch: Das Metall büßte in der Spitze 30 Prozent seines Wertes ein und liegt derzeit bei einem Unzenpreis von 83,72 Dollar – dies entspricht einem Verlust von 28,8 Prozent gegenüber dem Rekordhoch von 121,65 Dollar am vergangenen Donnerstag. Trotzdem kann sich Silber auf Jahressicht mit einem Anstieg von vier Prozent behaupten.
Unterdessen sorgt die Ernennung des ehemaligen Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als möglicher Nachfolger für Jerome Powell an der Spitze der US-Notenbank für Aufsehen. Marktbeobachter zweifeln, ob Warsh den Weg für die von Präsident Trump geforderten Zinssenkungen bereiten wird.
Commerzbank-Expertin Thu Lan Nguyen unterstreicht jedoch, dass der Druck auf die Fed bleibe und dies den Goldpreis langfristig stützen könne. Die aktuelle Korrektur könnte also auch eine Gelegenheit für Investoren darstellen, nach dem rasanten Preisanstieg Gewinne abzusichern.
Zusätzliche Unterstützung erhalten die Edelmetalle durch gestiegene geopolitische Spannungen. Der amerikanische Außenminister Marco Rubio schürte diese, indem er dem Iran mit präventiven militärischen Maßnahmen drohte. In Zeiten solcher Unsicherheiten sind Gold und Silber bei Anlegern beliebte Wertschutzanlagen. Silber spielt zusätzlich eine Schlüsselrolle in Branchen wie KI, Robotik und Energie, was seine Bedeutung als Industriemetall unterstreicht.

