Kursrücksetzer beim Gold: Höhenflug vorerst gestoppt
Der Preis für Gold hat am Freitag eine Atempause eingelegt und den zuletzt dynamischen Anstieg vorerst beendet. Nachdem der Kurs für eine Feinunze am Vorabend auf 3.423 US-Dollar geklettert war, gab er bis zum Freitagnachmittag leicht auf 3.411 Dollar nach. In Euro ausgedrückt lag der Preis bei 2.924 Euro.
Die Preisrallye der vergangenen Tage ließ das Edelmetall dem Rekordhoch vom April, das bei über 3.500 Dollar lag, näherkommen. Als treibende Kraft gilt die Erwartung einer Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed, die jetzt im Markt weitgehend als sicher angesehen wird. Gold, das traditionell keine Zinsen abwirft, wird in einem Umfeld sinkender Zinsen attraktiver, was die Nachfrage nach dem wertvollen Metall beflügelt hat.
Unsicherheit an den Finanzmärkten wurde zudem durch den sich verschärfenden Konflikt zwischen dem Weißen Haus und der Fed hervorgerufen. Die kürzlich eingereichte Klage der Fed-Gouverneurin Lisa Cook gegen US-Präsident Trump wegen ihrer Abberufung trägt eine mögliche lange rechtliche Auseinandersetzung mit sich. Der Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank bemerkte, dass dadurch das Ansehen und die Unabhängigkeit der Fed auf dem Spiel stehen.
Laut Fritsch hat sich die Unsicherheit positiv auf die Nachfrage nach Gold ausgewirkt, insbesondere im Hinblick auf Gold-ETFs, die in den letzten Tagen um fast 15 Tonnen gewachsen sind. Dennoch geht er davon aus, dass die Kurshöhen über 3.400 US-Dollar zunehmend auf Widerstände treffen könnten.

