Kursfeuerwerk an der Wall Street: Hoffnung auf Zinswende gibt Märkten Auftrieb
Nach der mit Spannung erwarteten Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell in Jackson Hole erlebten die New Yorker Börsen am Freitag einen beachtlichen Höhenflug. Die Ansprache ließ bei Investoren und Analysten Hoffnungen auf eine baldige Absenkung der Leitzinsen in den USA aufleben, was dem Markt deutlichen Auftrieb verlieh. Der Dow Jones Industrial erreichte im Verlauf des Handels mit 45.757,84 Punkten ein neues Allzeithoch und beendete den Tag mit einem Plus von 1,89 Prozent bei 45.631,74 Zählern. Auf Wochensicht entspricht das einem Zuwachs von 1,5 Prozent. Auch der S&P 500 beeindruckte mit einem Anstieg um 1,52 Prozent auf 6.466,91 Punkte, womit er nur knapp unterhalb seines jüngsten Rekordstands blieb. Der teils unter Druck stehende Nasdaq 100 konnte ebenfalls zulegen und stieg um 1,54 Prozent auf 23.498,12 Zähler, womit auch sein Rekordhoch vom 13. August in greifbare Nähe rückte.
Die Rede von Powell bei der Notenbankenkonferenz überraschte einige Marktbeobachter, darunter Matthew Luzzetti, Chefökonom der Deutschen Bank in den USA. Powell deutete an, dass die stabile Arbeitslosenquote sowie weitere Arbeitsmarktindikatoren der Fed die Möglichkeit geben, in Erwägung zu ziehen, die restriktive Geldpolitik zu lockern. Das aktuelle Umfeld, geprägt von gedämpfter Konjunktur, könnte eine solche Anpassung der Zinspolitik erfordern. In der Folge schätzen die Märkte die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsreduktion um jeweils 0,25 Prozentpunkte in den kommenden Fed-Sitzungen hoch ein, wobei sie zwei solcher Schritte bis Jahresende erwarten. Diese Aussichten waren zuletzt aufgrund verschiedener Konjunkturdaten jedoch etwas gedämpft worden.

