Kurs auf Ahaus: Atommülltransporte aus Jülich nehmen Fahrt auf
Die Pläne für die umstrittenen Atommülltransporte von Jülich nach Ahaus werden konkret: Laut der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) könnten 152 Castor-Behälter schon 2025 die Reise antreten. „Unser Ziel ist es, noch dieses Jahr zu starten“, erklärte JEN-Sprecher Jörg Kriewel gegenüber der dpa. Einen endgültigen Termin gibt es jedoch noch nicht.
Die Genehmigung des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hat bereits grünes Licht für die Transporte ins rund 170 Kilometer entfernte Zwischenlager Ahaus gegeben. Im Fokus steht die Sicherheit: Die Castoren enthalten Brennelemente eines bereits 1988 stillgelegten Versuchsreaktors und sind speziell darauf ausgelegt, die gefährliche Strahlung abzuschirmen.
Die Transporte sollen auf der Straße erfolgen, was zu zusätzlich erhitzten Diskussionen führt. Hintergrund sind auch juristische Hindernisse: Eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin zu einem Eilantrag der Umweltschutzorganisation BUND, die erhebliche Risiken für Mensch und Umwelt befürchtet, steht noch aus. Während die rechtliche Klärung läuft, wird im Hintergrund emsig koordiniert.
Regelmäßige Abstimmungen zwischen allen Beteiligten sollen einen sicheren und reibungslosen Ablauf der Transporte sicherstellen. Die nordrhein-westfälische Polizei sieht sich gut gerüstet, die umfangreiche Aufgabe alleine zu bewältigen. Konkrete Zahlen zu den eingesetzten Polizeikräften nennt man jedoch nicht. Dennoch scheinen zusätzliche Unterstützung aus anderen Bundesländern oder vom Bund momentan nicht erforderlich zu sein, wie es aus dem Innenministerium heißt.

