Künstliche Intelligenz: Vertrauen ist gut, Kontrolle bleibt besser
Eine aktuelle Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY offenbart das zögerliche Verhalten deutscher Nutzerinnen und Nutzer im Umgang mit KI-gestützten Ergebnissen. Nur 27 Prozent der Befragten in Deutschland prüfen die Inhalte, die von KI-Chatbots wie ChatGPT, Google Gemini und Microsoft Copilot erstellt werden. Im internationalen Vergleich zeigt die Studie, dass weltweit 31 Prozent der Nutzer hier genauer hinsehen. Länder wie Südkorea (42 Prozent) sowie China und Indien (jeweils 40 Prozent) demonstrieren eine deutlich höhere Kontrollbereitschaft.
Eher weniger wird in Frankreich und Schweden überprüft – mit nur 23 Prozent sind diese Länder noch vorsichtiger als Deutschland im Umgang mit künstlich generierten Ergebnissen. Die Umfrage, an der über 15.000 Personen aus 15 Ländern teilgenommen haben, zeigt auch, dass die Deutschen ebenfalls bei der Nachbearbeitung von KI-Inhalten zurückhaltend sind. Lediglich 15 Prozent der Befragten bearbeiten die KI-Ergebnisse weiter, während dieser Wert in Ländern wie China und Indien mit je 32 Prozent deutlich höher liegt.
David Alich, Experte bei EY, warnt vor einem zu sorglosen Umgang mit der Technologie. Die rasante Zunahme von KI-Anwendungen, gerade im Bereich der Text- und Bild-Erstellung, unterstreicht die Nützlichkeit der Technologie, erhebt jedoch auch den Bedarf nach geschulter Anwendung und Kontrollinstanzen.
Ein gewisses Maß an Vorsicht sei angebracht, da KI-Ergebnisse oft gut, jedoch nicht fehlerfrei sind. Alich betont, dass das geringe Maß an Prüfung in Deutschland „ein Weckruf“ sei, der vor allem im beruflichen Umfeld Konsequenzen nach sich ziehen könne. Ein bewussterer Umgang mit der Technologie sei unerlässlich, um sowohl persönliche als auch unternehmerische Risiken zu minimieren.

