Investmentweek

Künstliche Intelligenz – echte Blase?

18. Juli 2025, 18:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Die Debatte über die KI-Bewertungen erhitzt die Gemüter. Finanzierung und Euphorie hinterlassen Fragen zur Zukunft des Marktes.

Überbewertet, aber unbeeindruckt

An der Wall Street regiert wieder die Gier – diesmal in einem smarteren Gewand. Seit der Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022 hat sich ein Hype entfaltet, der selbst erfahrene Marktbeobachter sprachlos macht.

Tech-Aktien steigen ungebremst, getrieben von großen Versprechen, wenigen Fakten – und einer beunruhigenden Ähnlichkeit zur Jahrtausendwende.

Das AI-Dutzend – teurer als je zuvor

Laut einer aktuellen Analyse von Apollo-Ökonom Torsten Sløk wird der S&P 500 heute von einem elitären Club dominiert: Die zehn wertvollsten Unternehmen im Index – darunter Apple, Microsoft, Nvidia, Alphabet und Meta – handeln derzeit zu einem Forward-KGV von rund 25. Damit sind sie höher bewertet als die Top-Aktien während der Dotcom-Blase.

„Die Differenz zur IT-Blase liegt im Ausmaß der Überbewertung – und sie fällt heute größer aus“, schreibt Sløk in einer Notiz an Investoren.

Für ihn ist das kein gewöhnliches Übergewicht, sondern ein Warnsignal – besonders, weil die Bewertungsschere zwischen den größten und den übrigen Unternehmen im Index weiter auseinandergeht.

Der Boden unter den Füßen fehlt

Schon seit Monaten diskutieren Banken und Ökonomen über die Möglichkeit einer neuen Aktienblase. Während AI den Markt beflügelt, sehen viele Strategen darin vor allem ein spekulatives Wettrennen.

Das Muster ist bekannt: Auch vor dem Platzen der Dotcom-Blase glaubten Anleger, dass "diesmal alles anders" sei. Heute befeuern wieder Hoffnung und FOMO den Kursanstieg.

UBS rechnet mit einer 25-prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass sich bis Ende 2026 eine voll ausgeprägte Blase formt – und hält diese Schätzung selbst für zu konservativ. Citi wiederum erwartet, dass die Blase erst dann platzt, wenn die Ausgabenwelle für KI-Infrastruktur ihren Zenit erreicht hat.

Die Zutaten sind da: Fantasie, Liquidität – und bald vielleicht auch wieder fallende Zinsen. Einzig die restriktive Haltung der US-Notenbank verhindert derzeit den totalen Kontrollverlust. Doch sobald die Fed zum geldpolitischen Schongang übergeht, könnte sich die Euphorie endgültig entkoppeln.

Lerneffekt? Fehlanzeige

Was diese mögliche Blase so brisant macht, ist nicht nur ihr Volumen, sondern ihre Geschwindigkeit. Zwischen Januar und Juli 2025 legte der S&P 500 erneut zweistellig zu – trotz geopolitischer Spannungen, trotz hoher Bewertungen, trotz verhaltener Unternehmensausblicke.

„Melt-up-Modus“ nennt das Marktveteran Ed Yardeni – ein Zustand, in dem Kurse nicht mehr steigen, weil sie sollen, sondern weil sie müssen. Getrieben von Angst, zu spät zu kommen.

Wer heute als Fondsmanager nicht in Nvidia oder Broadcom investiert ist, läuft Gefahr, gegen den Markt zu verlieren. Die logische Folge: Noch mehr Kapital fließt in dieselben Titel – und befeuert die Rally weiter. Ein Zyklus, den die Dotcom-Jahre nur allzu gut beschrieben haben.

Die Geschichte reimt sich – aber ist sie gleich?

Natürlich gibt es Unterschiede: Viele der heutigen Giganten sind profitabel, generieren Cashflows in Milliardenhöhe und besitzen ein funktionierendes Geschäftsmodell. Das war 1999 oft nicht der Fall. Doch die Bewertung bleibt das Maß der Dinge – und die ist heute historisch hoch.

Die große Frage bleibt: Wächst die Realität noch schnell genug hinterher? Oder ist KI die neue „New Economy“ – mit ähnlich schmerzhaftem Erwachen?

Finanzen / Börse / KI / Aktienmarkt / Dotcom-Blase
[InvestmentWeek] · 18.07.2025 · 18:00 Uhr
[1 Kommentar]
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