Kühleres Wetter bringt Hoffnung im Kampf gegen verheerende Brände in Spanien
Spanien steht im Jahr 2023 vor der Herausforderung, die schlimmsten Wald- und Buschbrände seit Jahrzehnten zu bekämpfen. Dank einer erfreulichen Abkühlung der Wetterbedingungen erhalten die Einsatzkräfte nun unerwartete Unterstützung von Mutter Natur. Virginia Barcones, die engagierte Generaldirektorin des spanischen Zivilschutzes, meldete sich optimistisch auf dem landesweiten TV-Sender RTVE: Die Kampfbedingungen haben sich deutlich verbessert. Trotz der noch bestehenden Gefahr in Form von 21 aktiven Großbränden im Nordwesten und Westen des Landes, konnte eine Ausbreitung der Feuer zumindest vorerst eingedämmt werden.
Besonders stark betroffen ist die Region Extremadura, wo in Jarilla ein riesiges Feuer mehr als 16.000 Hektar Land verschlang. Zur Unterstützung der örtlichen Feuerwehr reisten Spezialisten aus Deutschland und aus weiteren Ländern der Europäischen Union an. Julio Francisco González Orozco, Koordinator des Zivilschutzes für internationale Zusammenarbeit, brachte seine Dankbarkeit für diese Solidarität im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur zum Ausdruck. Sprachliche Barrieren werden dabei dank eines Verbindungsoffiziers, der als dolmetschender Vermittler fungiert, erfolgreich überbrückt.
Die geographische Beschaffenheit der betroffenen Regionen stellt die Helfer vor zusätzliche Herausforderungen. Wie Teamleiter Simon Friz des EU-Waldbrandmoduls Deutschland erklärte, operieren sie in extrem gebirgigem Gelände. Am Donnerstag stehen die deutschen Helfer vor der Aufgabe, bereits abgebrannte Flächen zu sichern und Glutnester zu verhindern. Doch der Start in den Arbeitstag wird durch den unwegsamen Zugang erschwert.
Die betroffenen Autonomen Gemeinschaften Kastilien und León, Galicien, Asturien und Extremadura kämpfen weiterhin gegen die zerstörerische Kraft der Brände. Die Schäden sind immens und haben bereits über 4.000 Quadratkilometer Natur verwüstet—eine Fläche, die der anderthalbfachen Größe des Saarlands entspricht. Mehr als 33.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, und die wirtschaftlichen Verluste allein in der Landwirtschaft belaufen sich auf schätzungsweise 600 Millionen Euro.
Am Donnerstag konnte eine positive Veränderung beobachtet werden: Sinkende Temperaturen und steigende Luftfeuchte, teilweise unterstützt durch Regenfälle, erleichtern den Eindruck der Brandbekämpfung. Der spanische Wetterdienst Aemet bestätigte diese Tendenzen und erklärte, die Brandgefahr sei in weiten Teilen des Landes gesunken. Trotz vieler Herausforderungen bleibt die Hoffnung bestehen, dass die schlimmen Folgen dieser Brände eingedämmt werden können.

