Krypto-ETFs im Aufwind: Neue SEC-Richtlinien beschleunigen Markteinführung
Die Fondsgesellschaften rüsten sich für den Start von Kryptowährungs-ETFs und nutzen die wachsende Begeisterung für digitale Vermögenswerte. Ein regulatorischer Rückenwind kommt dabei aus den neuen Anforderungen der US-amerikanischen Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC), die den Weg für schneller marktreife Produkte ebnen.
Letzte Woche verkündete die SEC angepasste Standards für ETFs, die eine stärkere Nachfrage nach börsengehandelten Produkten fördern könnten, die mit Kryptowährungen wie Solana und Dogecoin verbunden sind. Bereits 2024 wurden unter den alten, strengeren Vorschriften ETFs für die traditionellen Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum eingeführt, doch die aktualisierten Regeln bieten nun mehr Spielraum.
Derzeit gibt es in den USA 21 ETFs, die entweder Bitcoin, Ethereum oder beide beinhalten. Zahlreiche Anträge für neue Produkte mit anderen Kryptowährungen sind ebenfalls bei der SEC eingereicht worden. Analysten erwarten, dass die ersten unter den neuen Regeln genehmigten Produkte - voraussichtlich ETFs zu Solana und XRP - Anfang Oktober debütieren werden.
Steven McClurg, Gründer von Canary Capital Group, berichtet von über einem Dutzend neuer Anträge bei der SEC. Die Branche rüstet sich für eine Welle von Produkteinführungen. Die für den Juli vorgeschlagenen Standards haben Firmen dazu veranlasst, ihre Anträge zu aktualisieren und auf SEC-Rückfragen zu reagieren. Baldige letzte Änderungen könnten noch diese Woche eingereicht werden, so Insider.
Die neuen SEC-Regeln eliminieren die Notwendigkeit von Einzelprüfungen für jeden Krypto-ETF-Antrag und verkürzen damit die Genehmigungszeit für neue Krypto-Produkte erheblich - von bis zu 270 Tagen auf nunmehr höchstens 75 Tage. Jonathan Groth von DGIM Law sieht im vierten Quartal 2025 einen Boom für Krypto-ETF-Emittenten.
Grayscale Investments war Vorreiter und brachte ihr neues Grayscale CoinDesk Crypto 5 ETF weniger als 48 Stunden nach der SEC-Zulassung als öffentlich gehandelten Fonds heraus. Diese beinhaltet neben Bitcoin und Ethereum auch XRP, Solana und Cardano. CEO Peter Mintzberg unterstrich dabei das Engagement von Grayscale für öffentliche Marktzugänge und Innovationskraft.
Um von den schnelleren Zulassungsprozessen zu profitieren, müssen ETFs bestimmte Kriterien erfüllen. Beispielsweise muss die entsprechende Kryptowährung entweder auf einem regulierten Markt gehandelt oder mit Futures-Kontrakten der US Commodity Futures Trading Commission versehen sein, die seit mindestens sechs Monaten gehandelt werden.
Die zukünftige Nachfrage nach Krypto-ETFs für weniger bekannte Coins bleibt ungewiss. Kyle DaCruz von VanEck merkt an, dass es viel Aufklärungsarbeit bedarf, um diese Produkte in Anlegerportfolios zu integrieren.

