Kritische Metalle: USA legen den Turbo ein

13. März 2026, 13:20 Uhr · Quelle: Pressebox
Die USA bauen eine Reserve für kritische Mineralien auf, um von China unabhängig zu werden. Brasilien könnte durch seine Reserven profitieren.

Buchkirchen, 13.03.2026 (PresseBox) - Die USA wollen mit aller Macht bei Seltenen Erden unabhängig von China werden. Mit dem Projekt „Vault“ nehmen Sie nun 12 Mrd. US-Dollar in Hand, um eine strategische Reserve bei kritischen Mineralien aufzubauen. Mit dem Vorhaben erneuert sich das Anlegerinteresse bei Aktien aus dem Sektor. Brasilien könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen. Das Land weist nämlich die drittgrößten Reserven an Seltene Erden auf und gilt als „schlafender Riese“.

Kritische Metalle: USA legen den Turbo ein

Die USA wollen mit aller Macht bei Seltenen Erden unabhängig von China werden. Mit dem Projekt „Vault“ nehmen Sie nun 12 Mrd. US-Dollar in Hand, um eine strategische Reserve bei kritischen Mineralien aufzubauen. Mit dem Vorhaben erneuert sich das Anlegerinteresse bei Aktien aus dem Sektor. Brasilien könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen. Das Land weist nämlich die drittgrößten Reserven an Seltene Erden auf und gilt als „schlafender Riese“.

Im vergangenen Jahr verhängte China in zwei Wellen Exportkontrollen für schwere Seltene Erden wie Dysprosium und Terbium. Das Reich der Mitte kontrolliert etwa zwei Drittel der Produktion von Seltenen Erden und rund 90 Prozent der Verarbeitungskapazitäten. Beijing nutzte diese Dominanz als Waffe im Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten, um deren Zöllen etwas entgegen zu setzen. Im November 2025 aber kam es etwas überraschend zu direkten Verhandlungen zwischen der Trump-Administration und der chinesischen Führung. Es wurde ein einjähriger „Waffenstillstand“ (Truce) vereinbart, der die Kontrollen bis Ende 2026 aussetzt. Viele Aktien aus dem Bereich der Seltenen Erden wie Lynas Rare Earth oder MP Materials gaben daraufhin einen Teil der massiven Kursgewinne wieder ab. Anleger nahmen erst einmal Gewinne mit.

12 Mrd. Dollar für kritische Metalle

Doch das Thema bleibt imminent. So hat die US-Regierung mit dem „Project Vault“ am 2. Februar eine Initiative angekündigt, die einen historischen Wendepunkt in der US-Rohstoffpolitik markiert. Es handelt sich um den Aufbau der ersten strategischen Reserve für kritische Mineralien (U.S. Strategic Critical Minerals Reserve), die speziell auf die zivile Industrie und den Schutz vor chinesischen Lieferstopps ausgerichtet ist. Das Projekt ist als Public-Private-Partnership (PPP) konzipiert und verfügt über ein Startkapital von rund 12 Milliarden US-Dollar. Der Großteil des Betrags besteht aus einem 10 Milliarden US-Dollar schweren Langzeitdarlehen der U.S. Export-Import Bank EXIM, dem größten Kredit in der Geschichte dieses Instituts. Weitere zwei 2 Milliarden US-Dollar sollen als privates Kapital von Unternehmen und Investoren gestellt werden. Das Modell ist dabei ähnlich wie die Strategische Ölreserve (SPR) aufgebaut, aber mit einem entscheidenden Unterschied: Es wird von einer unabhängig geführten Organisation, der sogenannten „Vault Company" verwaltet und dient primär der Absicherung von US-Unternehmen wie Autobauern und Tech-Firmen, die auf eine sichere Lieferkette an kritischen Metallen angewiesen sind.

Das Projekt Vault soll dabei wie ein Marktpuffer für die Firmen wirken. Unternehmen wie General Motors, Stellantis oder Google können sich direkt an dem Projekt beteiligen. Sie sollen sich Rohstoffe im Voraus zu garantierten Preisen sichern können. Die Rohstoffe - insgesamt 60 Mineralien, darunter Seltene Erden, Lithium und Kobalt - werden in gesicherten Depots in den USA gelagert. Für Minenbetreiber auf der anderen Seite hat dies ebenfalls Vorteile: Durch das Vorhaben erhalten sie die Sicherheit, dass ihre Produktion abgenommen wird, auch wenn China die Weltmarktpreise durch Dumping drücken sollte. Denn die USA führen über Projekt Vault sogenannte "Price Floors" (Mindestpreise) ein. Das soll westliche Minen rentabel machen, die gegen die niedrigen Produktionskosten in China sonst keine Chance hätten. Parallel dazu wurde das Programm FORGE (Forum on Resource Geostrategic Engagement) gestartet, um diese Reserve mit Verbündeten wie der EU, Japan, Australien und Südkorea zu koordinieren.

Brasilien: Der „schlafende Riese“ im Seltene Erden-Markt

Da China große Teile der bestehenden Vorkommen an Seltenen Erden kontrolliert, sind die USA im In- und Ausland auf der Suche nach Unternehmen, die Vorkommen entwickeln. Neben Grönland, wo derzeit ein Vorkommen entwickelt wird, dürfte dabei auch Brasilien zu den potenziellen Partnern gehören. Das Land wird oft als „schlafender Riese“ im Markt für Seltene Erden bezeichnet, da es mit rund ca. 21 Millionen Tonnen über die drittgrößten Reserven der Welt verfügt. Bisher wird dort jedoch vergleichsweise wenig produziert. Doch das dürfte sich bald ändern, denn mehrere Firmen entwickeln derzeit entsprechende Vorkommen. Ganz vorne dabei ist dabei St George Mining (0,115 AUD; AU000000SGQ8). Die Australier entwickeln das Araxá-Projekt in Brasilien. Dort will das Unternehmen bereits 2028 Niob und ein Jahr später Seltene Erden abbauen. Bisher verfügt die Liegenschaft über eine JORC-konforme Ressourcenschätzung mit 41,2 Millionen Tonnen an Erz mit durchschnittlich 0,68 % Niobpentoxid sowie 40,6 Millionen Tonnen mit 4,13 % an Seltenen Erden. Bei Seltenen Erden weist das Vorkommen damit eine der höchsten Grade außerhalb Chinas auf und ist vom Volumen der Mineralisierung vergleichbar mit dem Mountain Pass-Projekt von MP Materials, der einzigen Mine in den USA. Derzeit laufen Bohrarbeiten über 10.000 Meter zur Erhöhung der Ressource. Zudem konnte St. George Mining eine Steuervereinbarung mit dem Bundesstaat Minas Gerais treffen, der laut Unternehmen den Cashflow der Mine verbessern wird. Nicht zuletzt konnte das Unternehmen zusätzliche  Flächen für die Errichtung des Industriekomplexes zur Mine erwerben, um die Voraussetzungen für das Genehmigungsverfahren zu schaffen.

Auch die Beziehungen in die Vereinigten Staaten wurden bereits vertieft. Dazu schloss man mit dem US-Konzern REAlloys eine strategische Allianz. Der US-Konzern produziert Hochleistungs-Magnetmaterialien aus Neodym-Eisen-Bor (NdFeB) und Samarium-Kobalt (SmCo) für Organisationen der US-Regierung, darunter die Defense Logistics Agency (DLA) und das AMES National Laboratory (AMES) des US-Energieministeriums. Außerdem ist man für US-amerikanische Industrieunternehmen aus den Bereichen Verteidigung, Luft- und Raumfahrt sowie Elektronik tätig. Dementsprechend könnte St George Mining von den Plänen der USA bei Seltenen Erden profitieren.

Rohstoff-Milliardärin als Großaktionärin

Dass das Unternehmen strategisch gut positioniert ist, ist auch die Rohstoff-Milliardärin Gina Reinhart eingestiegen. Im Herbst 2025 konnte das Unternehmen 72,5 Mio. AUD bei Investoren einsammeln. 22,5 Mio. AUD stammten von Reinhart. Mit den Mitteln ist St George Mining bis zur Entscheidung über den Minenbau durchfinanziert. Angesichts der Marktentwicklungen haben Analysten ihre Kursziele für St George Mining deutlich angehoben. Evolution Capital sieht Potenzial und gab ein Kursziel von 0,31 AUD bekannt. Petra Capital, einer der größten Broker Australiens, gab grünes Licht und sieht ein Kursziel von 0,44 AUD. Australiens größte Investmentbank Macquarie gab wiederum eine „Outperform”-Bewertung ab und sieht ein 12-Monats-Kursziel von 0,20 AUD für die Aktie. Das entspräche fast einer Verdopplung des aktuellen Aktienkurses. Im optimistischen Szenrario sieht Macquarie zudem deutlich höhere Kurse von 0,50 AUD pro Aktie.

Quellen:

-          China reduziert Export von Seltenerdmagneten: https://www.spiegel.de/wirtschaft/handelskrieg-china-bremst-export-seltener-erde-magneten-sorge-wegen-abhaengigkeit-a-d4b824f9-e9ac-45c9-ba5a-40dc053a76b5

-          US-Regierung steigt bei Trilogy Metals ein: https://trilogymetals.com/news-and-media/news/trilogy-metals-announces-strategic-investment-by-us-federal-government/

-          USA und Australien beschließen weitreichende Kooperation im Rohstoffbereich: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/seltene-erden-usa-australien-china-100.html

-          G7 wollen Abhängigkeit von China reduzieren: https://www.reuters.com/world/china/g7-weighs-price-floors-rare-earths-counter-chinas-dominance-sources-say-2025-09-24/

-          Kanada beschließt Staatsfonds für kritische Metalle: https://www.miningweekly.com/article/canada-launches-c2bn-critical-minerals-sovereign-fund-2025-11-05

-          EU beschließt Critical Raw Material Act: https://commission.europa.eu/topics/competitiveness/green-deal-industrial-plan/european-critical-raw-materials-act_de

-          Kanada legt Fonds frü kritische Metalle auf: https://www.canada.ca/en/campaign/critical-minerals-in-canada/federal-support-for-critical-mineral-projects-and-value-chains/critical-minerals-infrastructure-fund1.html

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Finanzen / Bilanzen / Seltene Erden / Kritische Mineralien / USA / Brasilien / Handelskonflikt
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