Kritik aus Polen an mutmaßlichem US-Friedensplan für die Ukraine
Die Regierung Polens hat Vorbehalte gegenüber einem angeblichen Friedensplan der USA für die Ukraine geäußert. Außenminister Radoslaw Sikorski betonte die Notwendigkeit, die Aggressionsfähigkeit der Angreifer zu begrenzen, anstatt die Verteidigungsfähigkeiten der Opfer zu schwächen. Dies äußerte er im Vorfeld eines Treffens mit seinen EU-Kollegen in Brüssel.
Berichte der "Financial Times", die sich auf am Prozess beteiligte Quellen stützen, legen nahe, dass die USA und Russland einen Plan ausgehandelt haben sollen. Dieser Plan würde die vollständige Räumung der umkämpften Gebiete Donezk und Luhansk durch die Ukraine sowie eine Halbierung der ukrainischen Armee vorsehen. Ebenfalls betroffen wären Gebiete, die Russland bislang nicht kontrolliert. Die Frontlinien im Süden sollen dabei weitestgehend eingefroren werden.
In Europas Hauptstädten herrschte weitgehend Unkenntnis über diesen Plan. Aus Kreisen der EU in Brüssel wurde bekannt, dass es Gespräche der USA mit beiden Kriegsparteien gibt, jedoch sei der neue Plan bisher nicht vorgelegt worden.
Sikorski betonte, dass Polen grundsätzlich jegliche Bemühungen um Frieden in der Ukraine unterstützt. Allerdings wies er darauf hin, dass Europa als bedeutendster finanzieller und militärischer Unterstützer der Ukraine stark von der Art und Weise abhängig sei, wie der Konflikt beigelegt werde. Aus diesem Grund fordert Polen eine Einbeziehung Europas in wesentliche Entscheidungen.

