Krise in Downing Street: Rayners Rücktritt stürzt britische Regierung in Turbulenzen
Der Rücktritt von Vizepremierministerin Angela Rayner aufgrund einer steuerlichen Verfehlung erschüttert die britische Regierung. Rayner, die aufgrund zu niedrig gezahlter Grunderwerbssteuer ihren Posten aufgibt, hinterlässt eine deutliche Lücke in der sozialdemokratischen Labour-Partei unter Premierminister Keir Starmer. Ihr Rücktritt könnte der Auftakt für eine umfassende Kabinettsumbildung sein, die Starmer nun womöglich gezwungen ist, zeitnah zu vollziehen.
Für Labour markiert das Ausscheiden Rayners einen empfindlichen Rückstoß. Als bedeutende Persönlichkeit des linken Flügels galt sie als Hoffnungsträgerin innerhalb einer Partei, die angesichts drängender wirtschaftlicher Probleme, steigender Lebenshaltungskosten und wachsender Unzufriedenheit in der Bevölkerung mit Herausforderungen zu kämpfen hat. Diese Situation wird durch hohe Einwanderungszahlen zusätzlich verschärft.
Die Krise verschafft Nigel Farages Reform-Partei, einer rechtspopulistischen Bewegung, Rückenwind. Farage hat sich in den letzten Monaten durch seine markige Kritik am Regierungskurs Starmers profiliert und nutzt die Gelegenheit, der angeschlagenen Labour-Partei weiter zuzusetzen. Rayners Rücktritt fiel mit dem Auftakt der Reform-Parteikonferenz zusammen und löste dort Begeisterung aus.
Angela Rayner, die sich stets durch ihre Schlagfertigkeit und starke Bindung zur Arbeiterklasse ausgezeichnet hat, gestand, fehlerhaften Rat bezüglich der Grunderwerbssteuer angenommen zu haben. Dieser Vorfall führte zu einer Untersuchung, die einen Verstoß gegen Verhaltensstandards bestätigte. Rayner, die in ihrer politischen Laufbahn kontroverse Auseinandersetzungen nicht scheute, entschied sich daher für den Rückzug. Ihr Werdegang von der Teenager-Mutter in einer Sozialwohnung zur Ministerin bleibt jedoch ein inspirierendes Beispiel für viele Anhänger.
Während ihrer Amtszeit trug Rayner maßgeblich zur Gestaltung der Wohn- und Kommunalpolitik bei. Trotz ihrer Verdienste musste sie sich bisweilen sexistischer Anfeindungen erwehren. Ihr nordenglischer Dialekt und ihre authentische Art haben ihr in der britischen Arbeiterklasse jedoch großen Zuspruch eingebracht.

