Kremlchef Putin meldet Einnahme von Siwersk – neuer Fokus auf Slawjansk
In einem emotional aufgeladenen Militärtreffen verkündeten Kremlchef Wladimir Putin und Generalstabschef Waleri Gerassimow die Einnahme der ukrainischen Kleinstadt Siwersk in der Region Donezk. Diese Entwicklung könnte, laut Putin, den Weg für weitere erfolgreiche Militäraktionen in verschiedene Richtungen eröffnen. Trotz dieser Ankündigung bleibt eine offizielle Bestätigung von ukrainischer Seite bisher aus. Als nächstes Ziel hat Russlands Militär die strategisch wichtige Stadt Slowjansk ins Visier genommen.
Bemerkenswert war Putins überraschend demonstrativer Enthusiasmus während des Treffens, das teils im russischen Staatsfernsehen übertragen wurde. Er lobte die "Dynamik" an der Front und gratulierte mehrmals den beteiligten Soldaten. In typischer Rhetorik erklärte er, die strategische Initiative liege fest in den Händen des russischen Militärs und betonte den fortschreitenden Erfolg in den Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja.
Der russische Präsident äußerte sich jedoch nicht zu möglichen Friedensverhandlungen, obwohl er den Friedensplan von US-Präsident Donald Trump als theoretische Grundlage anerkannt hat. Putin stellte im Gegenteil die Forderung auf, dass die Ukraine alle Ansprüche auf den Donbass aufgeben müsse, um einen Waffenstillstand zu erreichen. Die Ukraine hatte solche Bedingungen stets abgelehnt.
Von ukrainischer Seite kamen Vorwürfe, dass die Armeeführung den tatsächlichen Stand der Kämpfe verschleiere. Parlamentsabgeordnete Marjana Besuhla machte auf Telegram auf die vermeintliche Eroberung Siwersks aufmerksam und beschuldigte die Armeespitze der Lüge. Der Frontabschnitt um Siwersk war in der Vergangenheit relativ stabil, hat sich aber nach jüngsten Gewinnen der russischen Truppen zu einer dynamischen Zone entwickelt. Die Stadt und der durch sie verlaufende Fluss Bachmutka stellen die letzten größeren Hürden auf dem Weg zur Großstadt Slowjansk dar.

